Anders als beim Gas scheinen die Strompreise bei weitem nicht überall im Land zu steigen.

Anders als beim Gas scheinen die Strompreise bei weitem nicht überall im Land zu steigen.

Bild: © Alexander Popov/Unsplash

Gaspreis rauf, aber zugleich Strompreis runter: Mit dieser Botschaft versuchen immer mehr Grundversorger bei ihren Endkunden zu punkten.

Und das, obwohl die Großhandelspreise noch im Oktober sowohl für Gas als auch für Strom neue Allzeithochs erreicht hatten.

Wesentlicher Faktor EEG-Umlage

Der Unterschied liegt darin begründet, dass sich im Stromsektor auch bei den Umlagen Wesentliches getan hat. Die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom verringert sich zum Jahreswechsel um fast 43 Prozent auf 3,7 Cent pro kWh. (Die ZfK berichtete.)

Zum einen ist nämlich der Förderbedarf bei der Vermarktung von Ökostrom vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Börsenstrompreise gesunken. Zum anderen bezuschusst der Bund auch in diesem Jahr das EEG-Konto – bislang mit 2,7 Milliarden Euro. Auch im nächsten Jahr will er diese Praxis fortsetzen, dann mit insgesamt etwa 3,3 Milliarden Euro.

Tübingen, Wuppertal, EWE

Am Donnerstag verkündeten etwa die Stadtwerke Tübingen, die Strompreise zu senken. (Die ZfK berichtete.) Am Freitag zogen die Wuppertaler Stadtwerke nach.

Heißt konkret: Der Arbeitspreis in der Grundversorgung beträgt nächstes Jahr nicht mehr 32,90 Euro, sondern 30,50 Euro pro kWh. Auch der Grundpreis sinkt: um exakt zehn Euro auf 106,06 Euro.

EnviaM: Arbeitspreis runter, Grundpreis rauf

Zu den Strompreissenkern in der Grundversorgung zählt sich auch der norddeutsche Regionalversorger EWE. Dort kostet die kWh Strom nächstes Jahr gerade noch 26,26 Cent pro kWh. Dazu kommen ein Grund- und ein neu eingeführter Messpreis, der je nach Messeinrichtung und Verbrauch unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Den Strom-Arbeitspreis senken wird auch der ostdeutsche Regionalversorger EnviaM. Privatkunden in der Grundversorgung zahlen dort im nächsten Jahr 28,99 Cent pro kWh. Zugleich aber hob das Unternehmen den Grundpreis an: um mehr als zehn Euro auf 145,05 Euro pro Jahr.

Viele erhöhen auch Strompreis

Andere Grundversorger haben zumindest angekündigt, den Strompreis stabil zu halten. Dazu zählen neben dem Nürnberger Konzern N-Energie beispielsweise auch die Stadtwerke Potsdam, die ihre neuen Preise am Freitag bekanntgaben.

Ein Großteil der deutschen Versorger aber hat offenbar selbst diesen Spielraum nicht. Das Vergleichsportal Verivox zählt seit November 52 Strompreiserhöhungen. Check 24 kommt sogar auf 67 angekündigte oder schon vollzogene Erhöhungen seit August. Im Schnitt lagen die Preiserhöhungen dort bei 9,5 Prozent.

Erdgaspreis steigt durch die Bank

Und beim Erdgas? Da können selbst diejenigen, die die Strompreise senken oder konstant halten, nicht umhin, aufzuschlagen. Beispiel EWE: Der Konzern hebt den Preis pro kWh von brutto 7,08 auf 7,75 Cent an. Beispiel Wuppertal: Dort kostet die kWh Gas in der Grundversorgung künftig 9,82 Cent.

Und Beispiel Potsdam: Dort klettert der Gaspreis netto um fast 1,4 Cent pro kWh nach oben. Dabei verzichte das Unternehmen sogar noch auf die vollständige Weitergabe aller gestiegenen Kosten, um Sozialverträglichkeit herzustellen, heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung. Dazu steht mit Verweis auf die Vergleichsportal Verivox (11. November): "Im Vergleich zum Wettbewerb ist [unser Unternehmen] im Segment Gas der günstigste in der Region." (aba)

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