Ob Preisanpassungen wegen der steigenden Ökostrom-Umlage drohen, ist noch nicht bekannt.

Ob Preisanpassungen wegen der steigenden Ökostrom-Umlage drohen, ist noch nicht bekannt.

Bild: © blende11.photo/Adobe Stock

Die BNetzA hat am Freitag bestätigt, was bereits am Tag zuvor aus den Kreisen der Übertragungsnetzbetreiber zu hören war. Die EEG-Umlage sinkt zum Jahresbeginn 2022 von derzeit 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro kWh. So niedrig lag der Wert zuletzt vor zehn Jahren.

Gründe hierfür sind unter anderem die enorm gestiegenen Börsenstrompreise, die die Erlösmöglichkeiten für Erneuerbaren-Anlagen deutlich steigern und den Förderbedarf senken. Außerdem wird die Umlage ähnlich wie im vergangenen Jahr durch einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt (3,2 Mrd. Euro) stabilisiert, der sich wiederum über den CO2-Preis finanziert.

Industrieprivilegien über Haushalt finanzieren

Der starke Rückgang der EEG-Umlage würde prinzipiell zu einer deutlichen Entlastung der Letztverbraucher*innen führen, so die BNetzA. Ein Durchschnittshaushalt mit Jahresverbrauch von 3500 kWh würde unter Einbeziehung der Mehrwertsteuer um mehr als 100 Euro im Jahr entlastet. In der Praxis kommt die Umlagesenkung bei den Stromkund*innen derzeit jedoch nicht an.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Strompreise verdoppelt. Der BEE plädiert vor diesem Hintergrund für eine weitere Entlastung der Endverbraucher*innen: So sollten die Kosten für die Industrieprivilegien im Rahmen der „Besonderen Ausgleichsregelung“ vollständig über den Bundeshaushalt finanziert werden. Außerdem müsse die Stromsteuer abgesenkt werden, heißt es vom Bundesverband und weiter: Dadurch käme es zu einer Entlastung von deutlich mehr als zwei Cent pro kWh.

EEG-Umlage bereits 2023 abschaffen

BDEW und VKU fordern darüber hinaus eine vollständige Abschaffung  beziehungsweise Absenkung der EEG-Umlage: So fordert VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing weitere Zuschüsse, um die Umlage auf Null zu reduzieren. Künftig sollte sich das EEG dann jedoch prioritär aus den absehbar steigenden Einnahmen der CO2-Bepreisung für fossile Energieträger finanzieren. So könne die EEG-Umlage schnell und entschlossen weiter gesenkt werden, sagt der VKU-Chef weiter.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betonte am Freitag einmal mehr, auf die Ampel-Parteien zeitnah zugehen zu wollen, um eine Abschaffung der EEG-Umlage bereits für 2023 zu erwirken. Sowohl SPD, als auch Grüne und FDP haben das Aus der EEG-Umlage in ihren Parteiprogrammen vermerkt – allerdings erst ab 2025. Altmaier hält eine vorgezogene Abschaffung und damit eine Finanzierung aus dem Bundeshaushalt für möglich und will so für eine weitere Entlastung der Bürger*innen sorgen.

Mehr Transparenz bei Netzentgelten

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) fordert im Rahmen der aktuellen Debatte und Entwicklungen eine Reform der Netzentgelte: „Die von den Netzbetreibern angekündigte Preissteigerung von durchschnittlich vier Prozent für 2022 verteuert die Stromkosten der Verbraucher. Rund 1800 Netzbetreiber in Deutschland agieren mehr oder minder unkoordiniert, blockieren so eine effiziente Energiewende und verteuern sie massiv. Für leistungsfähige regionale Flexibilitätsmärkte brauchen wir einen Zusammenschluss der Betriebsführung von Verteilnetzen hin zu 20 bis 25 Netzclustern“, so Robert Busch, Geschäftsführer des bne.  (lm)

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