Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie ist bei weitem nicht der einzige Versorger, der seine Strompreise anziehen musste.

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie ist bei weitem nicht der einzige Versorger, der seine Strompreise anziehen musste.

Bild: © Fabian Sommer/dpa

DB Energie, die Energietochter der Deutschen Bahn, zieht sich aus dem Privatkundengeschäft mit Strom zurück. Das teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Laut Bundesnetzagentur soll die Stromlieferung zum 30. September enden. DB Energie ist kein Grundversorger.

Das Unternehmen nennt zwei Gründe für den Rückzug: die veränderte Lage auf den Energiemärkten und die damit einhergehenden veränderten Rahmenbedingungen. Damit dürften insbesondere erhöhte Risiken durch stärker schwankende Strompreise gemeint sein.

Gemeindliche Stromversorgung ausgestiegen

Diese Entwicklung machte in der Energiekrise vielen Versorgern zu schaffen. In der Folge gab eine ganze Reihe von Anbietern den Stromvertrieb auf, darunter auch kleine Stadtwerke wie Elzach, Laufenburg oder Schutterwald.

Ende 2023 zogen sich sechs weitere, insbesondere kleine Stromanbieter aus dem Privatkundengeschäft zurück. Darunter auch die Gemeindliche Stromversorgung Röttenbach in Mittelfranken.

Preiserhöhung um 740 Prozent

DB Energie selbst geriet im September 2022 in die Schlagzeilen, als sie ihre Strompreise inmitten stark steigender Börsenstrompreise im monatlich kündbaren Tarif DB Strom Flex um 740 Prozent erhöhten – auf 1,58 Euro pro Kilowattstunde (kWh).

"Hoffe, die Betroffenen verstehen diese Ausladung", kommentierte Udo Sieverding, der damals noch bei der Verbraucherzentrale NRW tätig war, ein entsprechendes Preisblatt.

Anfangs große Pläne

Ursprünglich hatte die DB Energie ganz andere Pläne. Als die Energietochter der Deutschen Bahn Mitte 2017 ankündigte, Strom an Privatkunden zu verkaufen, wollte sie innerhalb von fünf Jahren mehr als 100.000 Kunden gewinnen.

"Als fünftgrößter Stromversorger in Deutschland mit einem Absatzvolumen von mehr als 20 Mrd. kWh verstehen wir unser Geschäft", ließ sich der damalige DB-Energie-Chef Hans-Jürgen Witschke in einer Mitteilung zitieren. "Von diesem Know-how sollen nun auch die Endkunden zu Hause profitieren können."

10.000 Kunden nach einem Jahr

Ein Jahr später wähnte sich das Unternehmen, das auf 100 Prozent Ökostrom setzte, noch auf dem rechten Kurs. "Mit rund 10.000 angemeldeten Kunden liegen wir [...] ziemlich genau dort, wo wir hin wollten", ließ es verlauten. Das sei ein "tolles Ergebnis". (aba)

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