Aktuell laufen die Gasturbinen noch mit 100 Prozent Erdgas – der Verband will nun die Technik für andere Brennstoffe öffnen.
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Europäische Gasturbinen-Industrie verpflichtet sich für das Erneuerbare-Zeitalter

Die Gasturbinen-Hersteller werden grün: Der europäische Verband EU-Turbines stellte einen ambitionierten Zehnjahresplan für die Umstellung der Turbinen auf erneuerbare Energien vor.

Die im Europäischen Verband EU-Turbines organisierten Hersteller von stationären Gasturbinen haben am 23. Januar in Brüssel mit der Kampagne "#PowerTheEU" eine Erklärung für die Zukunft der Stromerzeugung mit erneuerbarem Gas vorgestellt. Darin verpflichten sich die Hersteller, die Gasturbinen, die heute noch ausschließlich Erdgas verbrennen, bis zum Jahr 2030 schrittweise auf erneuerbare Brennstoffe umzustellen.

"Die Zusage, bis zum Jahr 2030 Wasserstoff-Gasturbinen bei entsprechender Nachfrage bereit zu haben und bereits im Jahr 2020 Maschinen zu liefern, die zuverlässig mit 20 Prozent Wasserstoff im Erdgas betrieben werden können, ist ein starkes Signal", kommentiert Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, die Herstellerinitiative. Flexible Stromerzeugung könne so in einem immer weniger fossil getriebenem Energiesystem möglich werden. "Zusammen mit dem Speicherpotenzial des Gasnetzes wird hierdurch eine der großen offenen Fragen zukünftiger Energiesysteme gelöst", führt Zelinger weiter aus.

Unternehmen verfolgen ambitionierten Zehnjahresplan

Die Unternehmen Ansaldo Energia, GE Power, Man Energy Solutions, Mitsubishi Hitachi Power Systems, Siemens und Solar Turbines planen folgenden Schritte:

  • Ab sofort wollen sie Gasturbinen bereitstellen, die mit erneuerbaren Gasen betrieben werden. Diese erneuerbaren Gase sollen aus klimaneutralen Quellen und synthetischen Kraftstoffen erzeugt werden. Zudem wollen die Hersteller Turbinen vertreiben, die mit einer Mischung aus Erdgas und 3 bis 5 Prozent Wasserstoff betrieben werden können. Die Sicherheit soll dabei gewährleistet sein und die Emissionsnormen eingehalten werden.
  • Bis 2020 will die Initiative ausschließliche Gasturbinen innerhalb Europas ausliefern, die mit erneuerbarem Gas zur Stromerzeugung betrieben werden können oder einen Anteil von 20 Prozent Wasserstoff verbrennen können. Für bestehende Kraftwerke sollen in diesem Zusammenhang Retrofit-Lösungen bereitgestellt werden.
  • Bis 2030 wollen die EU-Turbines-Mitglieder Turbinen bereitstellen, die mit 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden können.  (hol)