Die Gaspreise gehen nach oben. Das hat nicht nur mit den winterlichen Temperaturen hierzulande zu tun.

Die Gaspreise gehen nach oben. Das hat nicht nur mit den winterlichen Temperaturen hierzulande zu tun.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Die Gashandelspreise scheinen seit Wochen nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Lag der Day-Ahead am Gaspool NCG im September noch bei weniger als neun Euro pro Megawattstunde (MWh), kratzte er in den ersten Januartagen mitunter an der 20-Euro-Marke. Und laut Branchenexperten könnte der Aufwärtstrend weitergehen.

Mehrere Faktoren dürften die Entwicklung befeuert haben. Da ist zum einen der Ölmarkt. Ein Barrel der Rohölsorte Brent kostet inzwischen wieder mehr als 55 Euro und damit so viel wie seit zehn Monaten nicht mehr. (Die ZfK berichtete.)

Opec+-Entschluss als Preistreiber

Als einer der Preistreiber gilt der Entschluss des Ölverbunds Opec+, die Förderung in den Monaten Februar und März unter dem Strich zu reduzieren. Die Ölstaaten wollen damit einer zu erwartenden fallenden Nachfrage in Lockdown-geplagten Industrieländern durch ein knapperes Angebot begegnen.

Auch die winterlichen Temperaturen hierzulande und die damit steigende Gasnachfrage lassen den Preis anziehen. Bis Mitte des Monats werden Temperaturen unter der Norm erwartet.

LNG-Spotmarkt auf Sechs-Jahres-Hoch

Schon seit Wochen fällt zudem die Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG) stark aus. Der LNG-Spotmarkt erreichte erst ein Sechs-Jahres-Hoch.

Ausschlaggebend ist dabei die unvermindert starke Nachfrage nach Flüssigerdgas auf dem asiatischen Markt. Treiber sind dort winterliche Temperaturen und Lieferengpässe, verursacht durch Ausfälle und Überlastung des Schiffverkehrs.

Tägliche Ausspeicherungen von 1,1 TWh

Die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) warnt in ihrem jüngsten Telegramm angesichts des deutlichen Preisanstiegs im asiatischen LNG-Markt: "Ein signifikanter Spread zu Europa, der nicht ohne Folgen bleibt."

Anfang Januar betrug der aggregierte Gasspeicherfüllstand nach GVS-Angaben 163 Terawattstunden (TWh) oder 71,5 Prozent. Der Dezember sei von täglichen Ausspeicherungen von bis zu 1,95 TWh geprägt gewesen. Durchschnittlich seien pro Tag 1,1 TWh ausgespeist worden.

Füllstand im Dezember deutlich höher

Zum Vergleich: Mitte Dezember waren in den deutschen Speichern noch 180,9 TWh vorhanden, was einem Füllstand von 79,3 Prozent entsprach. (ab)

Hinweis: Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper