Die Geschäftsführer der Gas-Union: Jens Nixdorf (links) und Oliver Malerius.

Die Geschäftsführer der Gas-Union: Jens Nixdorf (links) und Oliver Malerius.

Bild: © Gas-Union

Das Spar- und Effizienzsteigerungsprogramm des Gas-Großhändlers und Dienstleisters Gas-Union trägt erste Früchte. Im Geschäftsjahr 2018 hat das mehrheitlich kommunale Unternehmen einen Gewinn von 4,2 Mio. Euro erzielt, der Gewinn verbleibt im Unternehmen. Es sind die ersten schwarzen Zahlen seit 2015, in den beiden Vorjahren wurden Verluste von 27,7 respektive 42,7 Mio. Euro ausgewiesen. Die Umsatzerlöse kletterten 2018 um über 25 Prozent auf rund 4,8 Mrd. Euro - das hängt vor allem mit einer Ausweitung der Handelsaktivitäten und dem Preisanstieg zusammen, heißt es in der Pressemitteilung. Auch beim allokierten Gasabsatz verzeichnete das Unternehmen ein deutliches Plus von knapp 18 Prozent auf 230 Mrd. kWh. Das Netzgeschäft entwickelte sich stabil, die übrigen Beteiligungen lieferten positive Ergebnisse.

"Genehmigung der Behörden steht noch aus"

Auch das Ergebnis im Upstreamgeschäft (Erdgasexploration und -förderung) war aufgrund des Preisanstiegs leicht positiv. Dennoch bewertet die Geschäftsführung der Gas-Union die unverhersehbaren Risiken der Erdgasförderung als zu hoch. Deshalb wurde das Portfolio mit Wirkung zum 31. Dezember vergangenen Jahres verkauft. "Nun stehen noch die Genehmigungen der Behörden aus. Wir werden zu gegebener Zeit gesondert über den Verkauf berichten", teilt ein Sprecher auf ZfK-Anfrage mit. Die Gas-Union ist mit jeweils 15 Prozent an einem Gasexplorations- und -produktionsprojekt beteiligt. Die Beteiligung umfasst die aktive Suche nach Erdgas, also das Abteufen von Bohrungen ebenso wie die Gasförderung aus einer erschlossenen Fundstelle.

Die Gas-Union geht damit einen noch radikaleren Weg als beispielsweise die Bayerngas oder die Stadtwerke München, die ihre Upstream-Aktivitäten in ein gemeinsames Joint Venture mit dem britischen Energiekonzern Centrica eingebracht haben. Risikominimierung und eine noch höhere Effizienz bei den internen Prozessen - das sind die Stoßrichtungen des vor über drei Jahren eingeleiten Transformationsprogramms des in Frankfurt ansässigen Gas-Großhändlers. "Der Turnaround ist geschafft. Der Transofrmationsprozess der gesamten Gasbranche und auch der Gas-Union wird noch erhebliche Veränderungen mit sich bringen. Wir müssen auch in Zukunft daran arbeiten, die Kosten und Risiken weiter zu senken", fassten die Geschäftsführer Jens Nixdorf und Oliver Malerius zusammen.

Hohe Volatilitäten

Besonders die wetterbedingt hohen Preise und hohen Volatilitäten stellten das Unternehmen im vergangenen Jahr vor besondere Herausforderungen. "Die­se Si­tua­ti­on über­rasch­te alle Markt­teil­neh­mer und ver­lang­te vor al­lem von den Gas­händ­lern große An­stren­gun­gen", heißt es im Geschäftsbericht. Der Markt für Flexibilitäten sei unverändert angespannt gewesen. Als Folge davon konnten die Speicher erneut nicht kostendeckend eingesetzt werden, die Gas-Union ist an verschiedenen Gasspeichern und Gasspeicherprojekten beteiligt. Positiv wirkte sich hingegen die in den Vorjahren getroffene Vorsorge in diesem Geschäftsfeld aus.

Positiver Ausblick

Im Geschäftsfeld Handel, Verkauf und Dienstleistungen konnten weitere Geschäftspartner gewonnen werden, eine Ergebnisverbesserung stellte sich hier aufgrund der ansgespannten Wettbewerbssituation im Großhandelsgeschäft und "extremen Preissteigerungen" aber nicht ein. Im Bereich Gasvertrieb und Handel fiel das Ergebnis leicht negativ aus. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen erneut ein positives Ergebnis, die Handelsaktivitäten sollen planmäßig reduziert werden. Im weiteren Jahresverlauf will die Gas-Union sich auf den Ausbau der Digitalisierung im Gasverkauf konzentrieren. Das Dashboard werde hierzu mit neuen Apps angereichert.

"Wir wol­len mit neu­en Pro­dukt­ide­en ein größe­res Kun­den­po­ten­zi­al er­schließen", heißt es. An­fang des Jah­res wurden die neu­en Pro­duk­te, Re­gi­oFlat und Va­rio­Safe vor­ge­stellt. Diese seien eine Ant­wort auf die ver­än­der­ten Be­dürf­nis­se der Ge­schäfts­part­ner. Chancen sieht das Unternehmen in der Weiterentwicklung und bundesweiten Vermarktung derartiger Liefer- und Dienstleistungsprodukte sowie in der portfolioorientierten Handelsaktivität. Gesellschafter der Gas-Union sind die Mainova (34,27 Prozent), die RGE Holding (23,57 Prozent), die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (15,91 Prozent), die Städtischen Werke Kassel (9,18 Prozent), die Stadtwerke Göttingen (6,12 Prozent), die Stadtwerke Essen (4,55 Prozent), die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet (4,55 Prozent) sowie die Gas-Union mit 1,85 Prozent. (hoe)

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