Fast kunstvoll – die Flamme eines Gasbrenners

Fast kunstvoll – die Flamme eines Gasbrenners

Bild: © TU Clausthal

Auch bei den großen Energiemengen, die leistungsgemessene (rLM)-Industrie- und Gewerbekunden benötigen, sind die Vertriebsmargen so geschrumpft, dass sie die hohen Kosten des gewohnten analogen Beschaffungsprozesses kaum mehr decken. Vom "reinen Geld-Drehen" ist bei Stadtwerken die Rede. Beispiel: Der rLM-Kunde fragt telefonisch, per Mail oder persönlich beim Key-Accounter des Lokalversorgers nach einem Preis für die nächste Einkaufstranche. Der Großkundenbetreuer muss dann schlimmstenfalls stundenlang auf die Antwort der Kollegen aus dem eigenen Energiehandel warten.

Dabei würde der gesamte Kalkulations- und Beschaffungsprozess auch volldigital funktionieren, in Echtzeit mit wenigen Klicks – und ohne zusätzlichen IT-Aufwand für das Stadtwerk. Dafür gibt es jetzt beziehungsweise demnächst zwei konkurrierende White-Label-Webshops für Weiterverteiler. In ihnen bekommen deren rLM-Kunden sofort per Klick einen Einkaufspreis für ihren Fahrplan auf Basis der aktuellen Großhandelslage. Mit einem weiteren Klick können sie ihn auch kontrahieren:

  • bei der Fortum-Beteiligung Uniper für Strom und Gas ab sofort mit "Energiepreis Online" und
  • bei der EnBW-Tochter Gasversorgung Süddeutschland (GVS) mit "Gas2go Sales" im Laufe des Juni.

Uniper und GVS bleiben im Hintergrund

Das erfuhr die ZfK unabhängig voneinander von den beiden Vorversorgern. Ihre Webshops lassen sich dabei jeweils im Corporate Design des jeweiligen Weiterverteilers gestalten. Die Vertragsbeziehung besteht beim Zuschlag ausschließlich zwischen dem Weiterverteiler und dem rLM-Kunden. Der jeweilige Vorlieferant bleibt im Hintergrund, er liefert aber die Energie. Bei Uniper ist dies nur so, wenn es das Stadtwerk so will. In beiden Kundenportalen können Stadtwerke Margen nach ihren individuellen Wünschen auf den Energiepreis aufschlagen.

Mit dem White Label "Energiepreis Online" öffnet Uniper sein volldigitales B2B-Werkzeug "Uniper Direkt", das dem eigenen Strom- und Gasvertrieb an rLM-Kunden dient, anderen Energieversorgern. In dem einen Jahr "Uniper Direkt" habe man "tausende" digitale Angebote abgegeben, so Vertriebschef Gundolf Schweppe zur ZfK. "Energiepreis Online" ermöglicht demnach auch individuelle Rabatte, etwa im Rahmen von Vertriebskampagnen des Stadtwerks, samt Erfolgskontrolle. Nach Ablauf der Bindefrist aktualisiert sich der Angebotspreis automatisch entlang der Großhandelsentwicklung. "Wir haben bereits mehrere Kunden gewinnen können", schreibt Schweppe.

"Wir sehen die Zuschläge nicht"

"GVS Gas2go Sales" wiederum wird eine Erweiterung des Online-Beschaffungswerkzeugs "Gas2go", mit dem GVS-Kunden bisher für ihren eigenen Gasbedarf Fahrpläne bei den Stuttgartern bepreisen und beschaffen konnten.
Geschäftsführer Michael Rimmler verspricht gegenüber der ZfK: "Wir sehen die Zuschläge unserer Kunden nicht. Wir kennen den Abgabepreis nicht." Das Produktlabor von GVS auf der Messe E-World 2018 habe zwei Hauptbedürfnisse der Stadtwerke klar herausgeschält:








  • nach einem Pricing (Bepreisung) von Fahrplänen in Echtzeit
  • und nach einer Beschleunigung der Geschäftsabschlüsse. Auf beides sei "Gas2go Sales" die nächste Antwort der GVS. (geo)
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