Gas

Stadtwerke Mainz: Papierfabrik steigt auf grünen Wasserstoff um

Eine Papiermaschine soll bei laufender Produktion sukzessive statt mit Erdgas durch H2 betrieben werden. Die mobile Wasserstoffmischanlage kommt von den Stadtwerken.
27.10.2021

Der Papierhersteller Essity will nachhaltiger werden und setzt dabei auf Wasserstoff.

Essity startet in Mainz-Kostheim ein Pilotprojekt, um eine Papiermaschine mit grünem Wasserstoff CO2-frei zu betreiben. Dazu wird bei laufender Produktion sukzessive Erdgas durch grünen Wasserstoff ersetzt. Mit dem Projekt, das das erste dieser Größenordnung in der Papierindustrie ist, will Essity zeigen, dass auch eine energieintensive Produktion CO2-frei möglich ist. Insgesamt investiert das schwedische Unternehmen vier Millionen Euro, heißt es in einer Pressemitteilung.

Konkret soll am Beispiel der Herstellung von Hygienepapieren getestet werden, in welchem Umfang grüner Wasserstoff das im Trocknungsprozess eingesetzte Erdgas ersetzen kann. Dazu wird bis zum Herbst 2022 eine Papiermaschine so umgerüstet, dass die Brenner der Trocknungseinheit mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden können.

EFRE-Fördergelder fließen

Ein Kooperationspartner dieses Projekts ist die Mainzer Stadtwerke AG, die auf dem Essity-Gelände eine mobile Wasserstoffmischanlage errichtet und betreibt. Das Land Hessen fördert das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). 

Laut Christian Schüller, Essity-Projektverantwortlicher, wolle man mit dem Pionierprojekt in Zukunft beispielgebend für viele andere Unternehmen sein. 

Wichtiges Projekt für die Stadtwerke

Die Mainzer Stadtwerke betreiben seit 2015 den Energiepark Mainz, in dem unter anderem mittels Windenergie umweltfreundlich Wasserstoff produziert wird. Michael Worch, Geschäftsführer der Mainzer Netze, spricht von einem „wegweisenden Projekt“. (amo)