Die Visualisierung zeigt den aktuellen Planungsstand für das LNG-Import- und Distributionsterminal in Brunsbüttel. Geplant sind unter anderem zwei LNG-Tanks (links) und zwei Anlegemöglichkeiten für Schiffe (rechts).

Die Visualisierung zeigt den aktuellen Planungsstand für das LNG-Import- und Distributionsterminal in Brunsbüttel. Geplant sind unter anderem zwei LNG-Tanks (links) und zwei Anlegemöglichkeiten für Schiffe (rechts).

Visualisierung: © German LNG Terminal GmbH

Wird das geplante Flüssigerdgas-Terminal in Brunsbüttel nicht gebaut? Wie die Börsen-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hat sich im vergangenen November die Vopak LNG Holding BV aus dem Projekt zurückgezogen. Es sei schwer, die nötigen Genehmigungen zu erhalten, heißt es in dem Bericht. Vopak ist einer von drei Financiers des in der Öffentlichkeit nicht unumstrittenen Projekts, das eigentlich Anfang dieses Jahres in Betrieb gehen sollte.

Auf ZfK-Nachfrage teilt eine Sprecherin der German LNG Terminal GmbH, die das Projekt verantwortet, mit, dass Vopak nach einer Überprüfung seiner Portfolien bekanntgegeben hat, seine aktive Beteiligung an der German LNG Terminal GmbH in eine passive umzuwandeln. „Vopak bleibt zum Stand heute jedoch weiterhin passiver Partner des Joint Ventures. Die finanzielle Beteiligung bleibt also bestehen, während die aktive personelle Beteiligung nicht fortgesetzt wird.“

Im Visier von Umweltschützern

Im vergangenen August hatten mehrere Tausend Demonstranten gegen das LNG-Terminal protestiert. Die Aktionen standen unter dem Motto «Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge». Die Protestierenden lehnen den Import von LNG angesichts des Klimawandels ab. Er widerspreche den Klimazielen und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz, sagte Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe. Er kündigte an, die Deutsche Umwelthilfe werde alle rechtlichen Mittel nutzen, um das Projekt zu stoppen. Es wäre angesichts eines zurückgehenden Erdgasbedarfs nicht wirtschaftlich zu betreiben. Die Demonstranten setzen sich auch gegen die Gewinnung von Erdgas mittels Fracking ein. Sie sehen darin eine Zerstörung der Lebensgrundlagen von Menschen in den betroffen Gebieten und eine Fortsetzung des Kolonialismus.

Die Kieler Koalition aus CDU, Grünen und FDP hatte das Projekt LNG-Terminal im Koalitionsvertrag verankert, ein Parteitag der Grünen rückte jedoch später davon ab. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte, er wünsche sich, dass das Terminal möglichst von vornherein auf grüne Gase wie Wasserstoff ausgerichtet werde. (amo/mit dpa)

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