Auch am Donnerstag blieb die Lage am Gasmarkt angespannt.

Auch am Donnerstag blieb die Lage am Gasmarkt angespannt.

Bild: © Matthias Oesterle/ZUMA Press Wire/dpa

Die unsichere Energieversorgung stellt die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen. Sollte das Gas knapp werden oder gar ausbleiben, haben Unternehmen einen Notfallplan? Und wenn ja, welche Maßnahmen sind wahrscheinlich? Das hat das ifo-Institut gemeinsam mit Randstad Personalverantwortliche gefragt. Demnach haben nur 29 Prozent der deutschen Unternehmen haben vorgesorgt.

Die Mehrheit (51 Prozent) verfügt über keinen Notfallplan. 21 Prozent machten keine Angaben. Was besonders dramatisch ist: 63 Prozent der Unternehmen befürchten Einschränkung der Geschäftstätigkeit, sollte es an Gas mangeln.

Kleine Betriebe hinken hinterher

Besonders bei kleinen Unternehmen klafft dabei eine Lücke: Gerade einmal 15 Prozent der Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden haben bereits einen Notfallplan, was zu tun ist, wenn die Energieversorgung kritisch wird. Mit steigender Mitarbeiterzahl dagegen nimmt die Anzahl der Unternehmen zu, die sich dafür gerüstet haben: So haben 60 Prozent der Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden für den Notfall vorgesorgt.

"Die Folgen der Energie-Krise betreffen die gesamte Wirtschaft, auch und vor allem kleine Betriebe, die im Mittelstand großes wirtschaftliches Gewicht haben. Dass dort, wo die Auswirkungen am größten sind, nämlich in energieintensiven Branchen der Industrie, bereits Vorkehrungen getroffen wurden, zeigt, dass vorausschauende Planung wichtig ist", erklärt Petra Timm, Pressesprecherin bei Randstad Deutschland.

Handel steht besser da

43 Prozent aller Industrieunternehmen hätten sich gegen eine akute Energie-Knappheit gerüstet. Dort rechnen im Notfall 79 Prozent der Unternehmen mit einer Einschränkung der Geschäftstätigkeit.

Im Handel seien es dagegen nur 48 Prozent. In dieser Branche haben lediglich 17 Prozent einen Notfallplan, in der Dienstleistung sind es nur 25 Prozent.

HR hat wichtige Rolle

Um einem Energieengpass zu begegnen, wollen die meisten befragten Unternehmen Überstunden und Urlaub abbauen. 83 Prozent beziehungsweise 76 Prozent halten diese Maßnahmen für wahrscheinlich. 65 Prozent der Unternehmen können sich die Senkung der Heiztemperatur ihrer Arbeitsstätten vorstellen.

62 Prozent der befragten Personalverantwortlichen rechnen mit der Ausweitung des Homeoffice-Angebots. "In der aktuellen Situation ist Zusammenhalt wichtig. Welche Maßnahmen machen für das jeweilige Unternehmen Sinn? Gemeinsam an der Umsetzung zu arbeiten, darauf kommt es an. Hier, das zeigen die Ergebnisse, kommt HR eine wichtige Rolle zu", betont Sprecherin Timm.

Knapp ein Drittel würde wohl Stellen abbauen

In 23 Prozent der Unternehmen ist die Personalabteilung an der Ausarbeitung des Notfallplans beteiligt, den maßgeblich die Geschäftsleitung verantwortet (99 Prozent). Der Betriebsrat wird in 14 Prozent der Fälle eingebunden.

Im Notfall würden 65 Prozent der Unternehmen ihr Personal in Kurzarbeit schicken. Einen Abbau von Stellen halten demnach 29 Prozent für wahrscheinlich. (jk)

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