Seit März 2018 gab es keinen beamteten Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mehr. Schließlich reichte am 5. März der in der Energiebranche umstrittene Rainer Baake seinen Rücktritt ein. Nach einer Vakanz von zehn Monaten wird diese Stelle neu besetzt: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat nun Andreas Feicht zum beamteten Staatssekretär für Energie und Digitales berufen. Start ist am 1. Februar.
Damit ist Andreas Feicht neben Claudia Dörr-Voß und Ulrich Nussbaum dritter beamteter Staatssekretär im BMWi. "Ich freue mich, dass wir mit Andreas Feicht einen hervorragenden Energieexperten für die Energiewende gewinnen konnten", so Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Damit konnte das BMWi nicht nur einen hervorragenden Energiemanager mit großer operativer Erfahrung für die anstehenden Herausforderungen der Energiewendepolitik der Bundesregierung gewinnen, sondern setzt auch ein Signal an Städte und Gemeinden, dass ihre berechtigten Anliegen künftig in der Bundesregierung noch besser berücksichtigt werden, hieß es aus dem Ministerium.
Seit 2007 in Wuppertal tätig
Feicht ist seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH und der WSW Mobil sowie Vorstandsvorsitzender der WSW Energie & Wasser AG. Zugleich ist Feicht seit sechs Jahren Vizepräsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) und Vorsitzender des Energieleitausschusses des VKU.
Der VKU gratulierte Feicht zur Berufung: "Er hat einen klaren ordnungspolitischen Kompass, marktwirtschaftliche Überzeugungen, dezidierte Vorstellungen für die Digitalisierung der Energiebranche sowie praktische Erfahrungen in der erfolgreichen Umsetzung und Realisierung und – nicht zuletzt – einen Sensus für kommunale Belange, denn die Energiewende findet vor Ort in Form individueller, oft lokaler Lösungen statt."
Große Anerkennung in Wuppertal
Der 47 Jahre alte Feicht begann seine berufliche Laufbahn bei der Dresdner Verkehrsbetriebe AG. Dort war er als Leiter des Vorstandsbüros für die Unternehmensentwicklung zuständig. Es folgte ein Wechsel in die Holding Technische Werke Dresden. Seit 2007 ist er in Wuppertal Stadtwerke-Chef mit dem Hauptfokus Energiewirtschaft. 2015 wurde Feicht im Rahmen der Hauptversammlung der "European Federation of Local Energy Companies" (CEDEC) zum Vizepräsidenten des Verbandes gewählt, seit einem Jahr ist Feicht Präsident. Die CEDEC hat ihren Sitz in Brüssel und vertritt die Interessen von 1500 lokalen Energieunternehmen auf europäischer Ebene.
In Wuppertal wird der Weggang von Feicht bedauert: "Die Berufung von Andreas Feicht zum Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist für die WSW und auch die Stadt Wuppertal ein großer Verlust. Gleichzeitig ist sie eine ebenso große Anerkennung für die Arbeit von Andreas Feicht, der in der vergangenen Dekade mit seinen Kollegen die WSW zu einem der innovativsten deutschen Stadtwerke entwickelt hat", erklärte Dietmar Bell, Aufsichtsratsvorsitzender der WSW. (al)
