Die KLU-Studie zeigt, weshalb Chefs seltener von Burnout betroffen sind und welche Präventionsmaßnahmen vor allem das mittlere Management schützen könnten.

Die KLU-Studie zeigt, weshalb Chefs seltener von Burnout betroffen sind und welche Präventionsmaßnahmen vor allem das mittlere Management schützen könnten.

Bild: © Krakenimages.com/AdobeStock

"Unsere Untersuchung zeigt: je höher in der Hierarchie eine Führungskraft steht, desto weniger gefährdet ist sie, ein Burnout zu erleiden", sagt Jennifer Korman. In einer Studie von der Kühne Logistics University (KLU) untersucht sie, wie die Position in der Unternehmenshierarchie mit der Gefahr des Burnouts zusammenhängt. Co-Autoren sind Niels Van Quaquebeke und Christian Tröster, wie das Forschungsinstitut mitteilt. Frühere Studien hätten bereits belegt, dass ein höheres Hierarchielevel allgemein zu einer besseren mentalen Gesundheit führe. Offen war die jeodch Frage, ob sich das ebenso auf Burnout übertragen lässt und Führungskräfte ebenso hier besser geschützt sind.
 

Die Antwort ist "ja": Die beiden Faktoren "Machtgefühl" und "Selbstwirksamkeit" gelten hierfür als essenziell. Ersteres umfasst die Möglichkeit, Menschen im eigenen Umfeld zu beeinflussen. Zweiteres ist das Gefühl, die Aufgaben im Arbeitsumfeld aufgrund eigener Kompetenzen erfolgreich meistern zu können. Beide Faktoren erwiesen sich auch als notwendige Voraussetzungen, damit Burnout seltener auftritt. Van Quaquebeke veranschaulicht dies: "Vereinfacht ausgedrückt besitzen Menschen in Führungspositionen mehr Kontrolle, zum Beispiel über die Gestaltung der eigenen Aufgaben oder über die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten." Dieses Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, schütze vor mentalen Belastungen wie Stress, Angst oder, wie die Studie nun zeigt, auch Burnout.

So könnten Unternehmen präventiv agieren

"Natürlich können Unternehmen nicht einfach alle Führungskräfte ins höhere Management befördern, um sie vor Burnout zu schützen", fährt Van Quaquebeke fort. Bereits die Verbesserung des abstrakten Denkens von Führungskräften im mittleren Management, also das große Ganze im Blick zu haben, verbessere aber schon das eigene Kontrollerleben und schütze so vor Burnout.

Um die Selbstwirksamkeit zu fördern, sind ferner eine positive Fehlerkultur, Resilienz-Trainings und Vorbilder im eigenen Unternehmen hilfreich. "Mentoring und kompetente Kollegen können Führungskräften helfen, an sich selbst zu glauben und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen", sagt Korman. "Unternehmen sollten ihre Führungskräfte außerdem darin fördern, ihren Job möglichst selbstständig zu gestalten und zu verbessern." Befragt wurden in zwei Runden einmal 580 und einmal 154 Managerinnen und Manager plus eine ihnen nahestehende Person. (gun)

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