Karriere

Senvion-Chef tritt zurück

Der Chef des Windkraftanlagenbauers Senvion, Jürgen Geißinger, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Senvion gilt als mittelgroßer Hersteller von Windkraftanlagen. Durch das Ausschreibungsregime mit sinkenden Preisen kommen die Hersteller zunehmend unter Druck.
23.05.2018

Jürgen Geißinger, ehemaliger CEO des Windkarftanlagenherstellers Senvion und des Zulieferers Schaeffler

Jürgen Geißinger tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagenbauers Senvion zurück. Übergangsweise werde Finanzvorstand Kumar Manav Sharma die Führung übernehmen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits auf einem sehr guten Wege, hieß es.

Geißinger habe seine wesentlichen Ziele erreicht und wende sich nun neuen Aufgaben zu, sagte ein Senvion-Sprecher zur Begründung. Senvion wolle nun «die nächste Phase des Wachstumskurses und der internationalen Expansion des Unternehmens einleiten», hieß es weiter. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal deutlich mehr Aufträge verzeichnet und die Verluste eingedämmt. Wegen der Auftragsflaute aus dem Vorjahr war der Umsatz jedoch um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Geißinger hatte Senvion im Dezember 2015 in schwierigem Fahrwasser übernommen und einen harten Restrukturierungskurs gefahren. So wurden die Kosten gesenkt und Werke geschlossen. Gleichzeitig expandierte das stark vom europäischen Geschäft abhängige Unternehmen in neue Märkte. Der Manager, zuvor Chef beim Automobilzulieferer Schaeffler, brachte Senvion 2016 an die Börse. Dort sackte die Aktie nach der Verkündung der Personalie zunächst deutlich ab. (dpa/al)