Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Neuburg an der Donau.

Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Neuburg an der Donau.

Bild: © Stadtwerke Neuburg/Donau

Die Stadtwerke Neuburg an der Donau in Oberbayern suchen einen neuen Werkleiter. Der bisherige Chef Richard Kuttenreich hatte unter der Woche publik werden lassen, dass er nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des vollständig kommunalen Unternehmens den Dienst quittieren wird. Der Schritt kam sowohl für Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU) als auch für die Öffentlichkeit offenbar überraschend, wie Lokalzeitungen zu entnehmen ist.

Kuttenreich war fast zehn Jahre an der Spitze der Stadtwerke, zuerst gemeinsam mit dem damaligen Werkleiter Hans-Jürgen Hill und von 2014 an allein. In dieser Zeit habe er den Ausbau der Neuburger Nahwärme und den Umbau des Kommunalversorgers hin zu einem "dienstleistenden Energieerzeugungs-Unternehmen" vorangetrieben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Umfassendes Sparprogramm

Schmerzfrei verlief der Wandel nicht. Altlasten aus der Vergangenheit sowie hohe Personalkosten hatten Kuttenreich Ende der 2010er-Jahre zu einem umfassenden Sparprogramm veranlasst. Ziel war es, "alte Geschäftsfelder, die sukzessive geringere Erlöse erwirtschaften", zurückzufahren und die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsabläufe voranzutreiben.

Nach fünf Jahresverlusten in Serie gelang den Stadtwerken 2020 der Sprung ins Plus. Für das Geschäftsjahr 2021 meldete der Kommunalversorger der 31.000-Einwohner-Stadt dann wieder ein leichtes Minus von knapp 140.000 Euro bei einem Umsatz von fast 47 Mio. Euro. Dabei erzielten die Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmesparten Gewinn, während die Geschäftsfelder Bäder und Nahverkehr defizitär liefen.

Zeit für Generationenwechsel

Eigentlich habe Kuttenreich schon im Frühjahr 2022 seinen Posten für "frisches Blut" freimachen wollen, heißt es in der Presseaussendung. Jedoch habe er sich wegen der dramatischen Entwicklungen auf den Energiemärkten anders entschieden. Mit 61 Jahren sei es nun aber Zeit für einen Generationenwechsel.

An Ruhestand denkt Kuttenreich übrigens offenbar noch nicht. Seine Professur an der Hochschule Augsburg, wo der Diplomingenieur zu den Themengebieten Betriebsmanagement sowie Betriebs- und Volkswirtschaft lehrt, behält er. Zudem wolle er mehr Zeit in seine Biolandwirtschaft investieren, die er seit mehr als 20 Jahren im Nebenerwerb betreibe, heißt es. (aba)

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