In der öffentlichen Verwaltung hat sich durch die Corona-Pandemie das Homeoffice rasant ausgebreitet: Arbeiteten vor der Pandemie nur 16 Prozent zumindest gelegentlich von zuhause, so waren es im ersten Lockdown im März 2020 fast drei Viertel (73 Prozent) aller Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung.
Das ergab eine Studie der Universität Potsdam in Kooperation mit der Unternehmensberatung PwC, die knapp 1200 Beschäftigte online befragten (Siegel et al., 2020, S. 281). Auch im September/Oktober 2020 lag der Anteil mit 42 Prozent demnach deutlich über dem Niveau von vor der Pandemie.
Erreichbarkeit ging zurück
Die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gaben allerdings an, dass die Erreichbarkeit von Ansprechpersonen in anderen Dienststellen schlechter geworden sei. Auch im Hinblick auf die Menge der erbrachten Leistungen (39 Prozent), die Effizienz der Abläufe (36 Prozent) und die Qualität der erbrachten Leistungen (21 Prozent) waren mehr Befragte der Meinung, dass das Homeoffice die Arbeitsleistungen verschlechtert hat.
Zudem bemängeln einige Befragte, dass die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger (35 Prozent) zurückgegangen sei.
Es fehlt an IT-Hardware
Ein Grund hierfür könnte die mangelnde technische Ausstattung sein, so die Studienautor*innen. Denn 34 Prozent der Befragten erklärten, dass sie für ihre Arbeit im Homeoffice auch teilweise private Technik genutzt hätten.
Zudem verfügten nach der Beschäftigtenbefragung der Universität Potsdam über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) maximal über eine eher gering vorhandene IT-Hardware, und 43 Prozent konnten bestenfalls auf eine eher gering vorhandene Netzwerkinfrastruktur zugreifen.
Homeoffice motiviert
Trotz der schlechten Ausstattung im Homeoffice waren die Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung mit ihrer Arbeit während des Lockdowns sehr zufrieden, wie die Befragung herausfand. Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) gaben demnach an, gern im Homeoffice zu arbeiten, und sogar 85 Prozent empfanden die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können, als motivierend.
In der Studie gab zudem eine große Mehrheit der Befragten an (87 Prozent), dass sie Homeoffice als wichtigen Faktor für die Attraktivität der öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeberin einschätzen. Im Kampf um die besten Köpfe müsse auch die öffentliche Verwaltung attraktive Arbeitsbedingungen anbieten können, schlussfolgern daher die Studienautor*innen. Für viele Fachkräfte gehöre das Angebot von Homeoffice unbedingt dazu. (jk)



