Das Homeoffice hat die Sorgen der Mitarbeiter vor Jobverlust wegen neuer Technologien verringert.

Das Homeoffice hat die Sorgen der Mitarbeiter vor Jobverlust wegen neuer Technologien verringert.

Bild: © Jeremy Bishop/Unsplash

Die Siegeszug des Homeoffice könnte für das Management zur Falle werden: Für 62 Prozent der Führungskräfte hat die Arbeitsbelastung durch Remote Work demnach zugenommen, wie eine Studie des Kienbaum Institut @ ISM für Leadership & Transformation und des Bundesverbands der Personalmanager*innen (BPM) ergeben hat. Dies äußere sich in Überlastung, Erschöpfung und Überarbeitung.

Auch Teile des People Managements wie beispielsweise Team Building (75 Prozent), die Gestaltung von Kultur (75 Prozent) und die Bindung der Mitarbeitenden (66 Prozent) hätten sich demnach während der Pandemie negativ verändert.

Vertrauensbasierte Führung

Positiv hervorzuheben sei dabei, dass 60 Prozent der Führungskräfte ihren Mitarbeitenden mehr Vertrauen beziehungsweise 66 Prozent mehr Eigenständigkeit gewährt haben. Zusätzlich wurde das Performance-Management gelockert.

Fast alle Instrumente der Leistungsmessung und Rückmeldung werden seit Pandemiebeginn weniger eingesetzt als zuvor, heißt es. Dies sei ein Indiz dafür, dass vertrauensbasierte Führung an Bedeutung gewonnen habe.

Gesteigerte Performance

Gefährlich sei allerdings, dass die Führungskräfte zwar eine gesteigerte Performance (45 Prozent) und Produktivität (40 Prozent) der Mitarbeitenden, gleichzeitig aber auch eine Steigerung von Überstunden (46 Prozent) und Erschöpfung (56 Prozent) sowie reduzierter Fehlzeiten (37 Prozent) seit Beginn der Pandemie beschreiben.

Die Mehrheit der Führungskräfte sieht der Studie zufolge trotz Belastung und negativer Entwicklungen Remote (45 Prozent) und Hybrid Work (79 Prozent) positiv und möchte in Zukunft hybrid arbeiten. 91 Prozent der Führungskräfte sind zudem überzeugt, dass Remote Work langfristig effektiv sein kann.

Einschränkung durch Remote Work

Handlungsbedarf ergibt sich den Studienautor*innen zufolge dadurch, dass wichtige Elemente, wie das People-Management, auch nach zwei Jahren Pandemie nicht funktionieren: So fühlten sich 55 Prozent durch Remote Work eingeschränkt und 54 Prozent schlecht durch ihren Arbeitgeber auf Remote Work vorbereitet.

Für die Studie wurden mehr als 240 Führungskräfte online befragt. Dieser Erhebung gingen zusätzlich drei qualitative Experteninterviews zur Entwicklung des Fragebogens voraus. Die operative Durchführung und wissenschaftliche Begleitung der Befragung erfolgte durch das Kienbaum Institut @ ISM, der hauseigenen Forschungseinrichtung von Kienbaum. (jk)

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