Mit insgesamt 4 Mio. Elektrofahrzeugen in Deutschland rechnen die Forscher im Jahr 2030.

Mit insgesamt 4 Mio. Elektrofahrzeugen in Deutschland rechnen die Forscher im Jahr 2030.

Bild: © Fraunhofer IEG

Kohlendioxid vermeiden und Geld sparen: Dieser scheinbare Widerspruch könnte sich durch die Elektromobilität vielleicht auflösen. Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG sowie das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI haben den Zusammenhang zwischen E-Fahrzeugen und Strompreisen untersucht, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Bei der Studie zeigte sich, dass die Verbrauchspreise im Vergleich zu einem System ohne E-Mobilität 2039 um rund 3,5 Prozent sinken könnten. Ausgegangen sind die Forscher von 4 Mio. E-Fahrzeugen in Deutschland und einer lokale Durchdringungsrate von 30 Prozent am gesamten Bestand privater Pkw in einem Netzgebiet.

Lastmanagement

"Die Verbreitung privater Elektrofahrzeuge führt zu einer steigenden Stromnachfrage, aber auch zu einer Änderung der Struktur der Stromnachfrage. Das hat Auswirkungen auf die Konzeption der Energiesysteme und auf die Endverbraucherpreise für Strom", so Judith Stute, Leiterin der Studie im Rahmen des Projektes LamA seitens Fraunhofer IEG.

Zu den sinkenden Haushaltsstrompreisen tragen demnach zwei Aspekte bei: Einer ist das Lastmanagement. Das zeitlich gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen kann die Lastkurve glätten. Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen zu Hause fallen zeitlich oft mit einer hohen Haushaltslast zusammen. Hierdurch entstehen Lastspitzen, die durch ein Verschieben der Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen in die Nachtstunden verringert werden können.

Ein hohe Durchdringungsrate von Elektroautos könne die Haushaltsstrompreise senken, so die Forscher.Bild: © Projekt LamA

Batteriekapazität

Hierdurch verringert sich der Bedarf für Netzausbau. Durch die zusätzliche Stromnachfrage der Elektrofahrzeuge verbessert sich zusätzlich die Netzauslastung. Die Kombination dieser beiden Effekte kann dazu führen, dass die spezifischen Netzentgelte in der Niederspannung sinken. Das Netzentgelt ist Bestandteil des Strompreises und stellt eine Art Miete für die Nutzung des Stromnetzes dar.

Durch die Glättung der Verbrauchskurve wird das Netz effizienter genutzt und die »Miete« pro verbrauchter Stromeinheit sinkt. Der zweite Aspekt ist die Batteriekapazität von Elektroautos. Wird diese genutzt, um die volatile Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und nutzbar zu machen, sinken auch die Treibhausgasemissionen des Gesamtenergiesystems. Zusätzlich sinken dadurch die Beschaffungskosten im Strommarkt. (jk)

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