Autonome Busse könnten bald den ÖPNV revolutionieren.

Autonome Busse könnten bald den ÖPNV revolutionieren.

Bild: © HerrLoeffler/AdobeStock

"Es geht beim autonomen Fahren immer auch um die Vision einer lebenswerten Stadt", unterstrich Martin Röhrleef, Leiter Stabsstelle Mobilitätsinnovation der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe. Diese Diskussion müssten kommunale Unternehmen offensiv führen und sich auch mal trauen, etwas Neues auszuprobieren. Denn neue Angebote, die autonomes Fahren nutzten, böten die Chance, den öffentlichen Verkehr durch ein flächendeckendes Angebot zu stärken und auch in den Städten Menschen zum Umstieg weg vom motorisierten Individualverkehr zu motivieren.

"Es geht auch ein Stück weit darum, den öffentlichen Verkehr neu zu erfinden, ihn attraktiver zu machen, hierbei kann autonomes Fahren helfen", sagte Röhrleef. Es müsse vor allem darum gehen, das Gesamtsystem zu optimieren und die Vernetzung und das Pooling voranzutreiben. Autonom fahrende Kleinbusse, Shuttles, On-Demand-Fahrdienste oder Sammeltaxis böten die Chance, im Kombi mit einem "Linien-Höchstleistungs-ÖPNV" die Lücken im öffentlichen Verkehrsangebot zu schließen mit dem Ziel: "komfortabel von Tür zu Tür".

"Die Musik spielt bei den kleinen Fahrzeugen"

Für hochinteressant hält Röhrleef das autonome Carsharing: Hierbei laute das Konzept, dass sich die Fahrzeuge autonom bereitstellen und der Kunde dies dann übernimmt und selbst fährt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass dies einer der ersten Anwendungsfälle ist, die wir sehen werden", sagte der Üstra-Stabstellenleiter. "Die Musik spielt bei den kleinen Fahrzeugen, hier spielen auch die neuen Geschäftsmodelle, nicht bei autonom fahrenden großen Linienbussen oder Straßenbahnen", betonte er.

Nun liege es an den Kommunen und den kommunalen Unternehmen, sich auf diese neue Welt einer öffentlichen Mobilität an 24 Stunden, sieben Tage die Woche, vorzubereiten, sagte Röhrleef. Wichtig sei, dass die kommunalen Unternehmen künftig nicht nur als Plattformbetreiber, sondern weiterhin auch als Fahrzeug- und Flottenbetreiber agierten, um sich einen genügend großen Kuchen bei der Wertschöpfung und auch Arbeitsplätze zu sichern. "Wir müssen klar machen, dass wir als kommunale Unternehmen die besseren Betreiber sind als Private", betonte er. (hcn)

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