Der Faserbeton verträgt extreme Lasten und soll für Jahrzehnte halten.

Der Faserbeton verträgt extreme Lasten und soll für Jahrzehnte halten.

Bild: © Jungwirth

Fahrspuren von Bushaltestellen sind großer Belastung ausgesetzt. Immer wieder müssen sie neu asphaltiert werden, weil sich Schäden und Abnutzung zeigen. Ein Forschungsteam der Hochschule München (HM) hat in Zusammenarbeit mit der Stadt München eine Bushaltestelle mit Ultra-Hochleistungs-Faser-Beton (UHFB) hergestellt, die zwar teurer ist, aber deutlich belastbarer sein soll.

Für Fahrspuren an der Bushaltestelle „Olympia-Einkaufszentrum“ kam der Baustoff Ultra-Hochleistungs-Faser-Beton (UHFB) zum Einsatz. Dieser weist eine hohe Festigkeit und Dichte auf, berichtet die HM. Dies wiederum führe zu einer erheblich längeren Haltbarkeit und geringem Verschleiß. Durch die Beimischung von Fasern aus Stahl entstehen demnach nur sehr kleine Risse. Diese Eigenschaft verbessere das Tragverhalten und verlangsame die Bildung von Fahrrillen.

Fahrspur soll Jahrzehnte überstehen

Jörg Jungwirth von der Fakultät für Bauingenieurwesen der HM betont: „Trotz höherer Herstellungskosten im Vergleich zu konventionellen Asphaltbelägen fallen die Gesamtkosten über die Lebensdauer des Bauwerks deutlich geringer aus“. Die Dauerhaftigkeit der Fahrspuren erhöhe sich von nur einem bis zwei Jahren auf voraussichtlich mehrere Jahrzehnte.“

Die Fahrspur der Bushaltestelle wurde im Sommer 2023 realisiert und dem Verkehr übergeben. Seitdem betreibt das HM-Forschungsteam ein Monitoring zu Tragverhalten und Dauerhaftigkeit der Fahrbahn. Untersucht werden dabei die Druck- und Zugfestigkeit sowie das Rissbildungs- und Verformungsverhalten.

Übertragbar auf andere hochbelastete Flächen

Laut Jungwirth bestätigt sich bisher die erhoffte Dauerhaftigkeit: „Wir sind mit den bisherigen Kontrollergebnissen sehr zufrieden“. Er zeigt sich zuversichtlich, dass auch eine Übertragung des Systems auf andere hochbelastete Flächen wie Kreisverkehre, Industrieböden oder Flugverkehrsflächen möglich ist.

Neben der höheren Belastungstoleranz zeichne sich das Material auch durch gesteigerte Frostbeständigkeit, einen hohen Widerstand gegen Tausalze sowie durch ein großes Verformungsvermögen aus. Trotz der deutlichen Vorteile werde diese Bauweise in Deutschland bisher kaum eingesetzt, da sie noch nicht baurechtlich geregelt ist. Ziel des Pilotprojekts ist daher auch, anstelle einer aufwendigen Einzelfallzulassung die flächendeckende Nutzung von UHFB zu ermöglichen. (wa)

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