Bild: © Landkreis Hof

Per App den Bus rufen, der weder einen festen Fahrplan noch eine festgelegte Linienführung hat: Was nach Großstadt klingt – Hipster lassen sich von einer zur nächsten Party-Location fahren –, funktioniert möglicherweise viel besser auf dem Land, wo es darum geht, dass Leute aus den Dörfern zum Einkaufen oder zum Arzt kommen müssen.

Viele Ortsteile und Weiler

Im fränkischen Städtchen Rehau und in der Gemeinde Regnitzlosau ist jetzt der Hofer Landbus unterwegs. Beide Kommunen verfügen über zahlreiche Ortsteile und Weiler. Gebucht wird der Bus über eine App oder per Telefon, er fährt ohne festen Fahrplan an 365 Tagen im Jahr zwischen 6 und 23 Uhr. Derzeit fährt der Bus rund 170 Ziele an – ein erster Schritt. Perspektivisch soll das Konzept auf den ganzen Landkreis Hof ausgedehnt werden.

Eine Software plant die Route und bündelt die konkreten Fahrtwünsche. Die Wartezeit soll maximal 30 bis 40 Minuten betragen, in der Regel aber deutlich kürzer sein. Das Projekt hat der Landkreis zusammen mit der Berliner Firma Door2Door entwickelt.

Rufbus verhindert unnötige Leerfahrten

Die Bayerische Staatsregierung stellt dem Landkreis Hof dafür bis 2024 eine Förderung von 600.000 Euro in Aussicht. Digitalministerin Judith Gerlach betonte bei der Übergabe des Förderbescheids: "Der Landbus ist eine wichtige Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs: bedarfsorientiert, effizient, ressourcenschonend." Für den bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart ist der Hofer Landbus ein Vorbild für andere Kommunen. Dabei seien Rufbusse in ländlichen Regionen oftmals sogar umweltfreundlicher als der Linienbus – durch sie würden unnötige Leerfahrten vermieden. (wa)

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