Bild: © MAN

Die Umstellung auf emissionsfrei betriebene Busflotten kommt in Deutschland voran. Das zeigt der dritte „E-Bus-Radar“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Allerdings müssen die Anstrengungen nach PwC-Einschätzung noch deutlich erhöht werden.

So ist die Anzahl der elektrifizierten Busse im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 838 gestiegen. Davon fahren 593 Busse mit einem Hybridantrieb, ein Plus von 41 Prozent, während 245 Busse ausschließlich elektrisch angetrieben werden, ein Zuwachs von 32 Prozent. Bei letzteren sei das stärkste Wachstum bei batterieelektrischen Bussen zu beobachten, von denen 154 und damit 56 Prozent mehr in Betrieb sind. Die Zahl der Oberleitungsbusse blieb konstant bei 75, die Brennstoffzellenfahrzeuge legten um rund ein Drittel auf 16 zu.

Sieben Bundesländer seien den anderen deutlich voraus: Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 264 elektrifizierten Busse, es folgen Niedersachsen (136), Baden-Württemberg (96), Hamburg (86), Schleswig-Holstein (62), Bayern (59) und Sachsen (55). Bei den Städten führen Hannover (77), Hamburg (63), Essen (45), Kiel (30), Augsburg und Stuttgart (je 28).

Verbindliche Quoten der EU verlangen mehr

Für die kommenden fünf Jahre planen die Kommunen die Anschaffung von mehr als 2255 E-Bussen – in der Vorjahresumfrage lag diese Zahl bei 1000. Aus Sicht von Hansjörg Arnold, Leiter des Bereichs Infrastructure & Mobility bei PwC Deutschland, reicht das aber nicht. Er verweist auf die kürzlich abgeschlossene Aktualisierung der Clean Vehicles Directive der EU, die verbindliche Beschaffungsquoten für saubere Busse bei öffentlichen Aufträgen beinhaltet. Diese erreichten die meisten deutschen ÖPNV-Unternehmen mit ihren Planungen jedoch noch lange nicht. Zudem müssten die Hersteller die gewünschten Stückzahlen dann auch liefern können.

Nach PwC-Einschätzung „ist es essentiell für eine erfolgreiche Mobilitätswende, dass die Politik ihre Anstrengungen im Bereich der Förderung weiter verstärkt, um den ÖPNV insgesamt und die Flottenumstellung zu beschleunigen“. Zugleich müssten die Kommunen ihr Bekenntnis zur E-Mobilität spürbar erhöhen, die Hersteller ihre E-Bus-Produktionskapazitäten steigern und die Verkehrsunternehmen mehr Innovationsbereitschaft zeigen. (wa)

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