Zwar ist an der Dresdner Schwebebahn in ihrer 120-jährigen Geschichte noch nie etwas Ernstes passiert – drei harmlose Blechschäden bei Kolissionen mit Lastwagen verzeichnet die Chronik – dennoch müssen alle auf einen Notfall vorbereitet sein. Niemand will als Fahrgast in den Gondeln auf bis zu 13 Metern Höhe festhängen, weil wegen der Hanglage auch nicht überall eine Leiter angestellt werden kann.
Angehende Seilbahn-Chefs schauen zu
Also trainiert hier jedes Jahr an drei Tagen morgens vor Betriebsbeginn die Dresdner Feuerwehr gemeinsam mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) die Rettung in Not geratener Personen aus einem Wagen der historischen Schwebebahn. In diesem Jahr sind auch angehende Betriebsleiter von Seilbahnen aus ganz Deutschland vor Ort. Die DVB bieten bundesweit den einzigen Ausbildungsstandort dafür.
Im Havarie-Fall hängen die Fahrgäste buchstäblich in der Luft – bis zu 13 Meter über dem Boden. Dann bleibt dem Höhenrettungsdienst der Feuerwehr nur das Abseilen aus dem hängenden Wagen. Die Spezialisten klettern an einem der Masten bis zum Gondelkorb der Bahn und öffnen eine Not-Luke. Auf dem Wagendach befestigen sie ihr Rettungsgerät und seilen die Passagiere zum Boden ab.
Auch bei Stromausfall noch sicher
Die Sicherheit ist bei den Dresdner Bergbahnen ohnehin oberstes Gebot. Im Zuge der zweimal jährlich geforderten Revisionen wird auch an der Schwebebahn die gesamte Technik geprüft. Bei Stromausfall sorgt ein Notstromaggregat dafür, dass die Fahrgäste noch bis in die nächste Station gelangen und dort die Wagen gefahrlos verlassen können.
Die Dresdner Schwebebahn wurde am 6. Mai 1901 eröffnet. Sie ist damit laut DVB die älteste in dieser Form erhaltene Bahn weltweit. Mit einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von zweieinhalb Metern pro Sekunde überwindet die Bahn eine Streckenlänge von 274 Metern und einen Höhenunterschied von 84 Metern. (wa)



