Bei der Flottenerneuerung der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) läuft es aktuell nicht rund. Eigentlich sollten die U-Bahn-Wagen in der Hauptstadt ab 2021 durch 1500 neue Modelle ersetzt werden. Nachdem die Berliner eine europaweite Ausschreibung zur Vergabe des Großauftrags in Höhe von rund drei Mrd. Euro veranlasst hatten, gehen die Probleme nach der Zuschlagserteilung erst los.
Das Unternehmen teilte mit, dass der Auftrag nicht vergeben werden konnte, da einer der Bieter rechtliche Schritte gegen die Vergabeentscheidung eingelegt hat. Die Einspruchsfrist hierfür lief bis Sonntag um 00.00 Uhr, so eine Sprecherin gegenüber der Zfk. Wer die Rüge bei der Vergabekammer einreichen will, gab die BVG nicht Preis. Nach Angaben des "Tagesspiegels" hatten sich Siemens, Alstom und Stadler um die Berliner U-Bahn-Wagen beworben.
Technik zählte deutlich weniger als der Preis
Das Schweizer Unternehmen Stadler habe sich laut Medienbericht durchgesetzt, was Alstom zum Einspruch bewegt hat. Auch Siemens ist laut "Tagesspiegel" nicht begeistert von der Entscheidung der BVG. Der Konzern beklagt scheinbar die Ausschreibungsbedingungen, wonach der Preis zu 70 Prozent zählte und die Technik nur 30 Prozent. Nicht zum ersten Mal kracht es zwischen Herstellern und den Verkehrsbetrieben.
Bereits vergangenes Jahr rügte Siemens die BVG bei der Auftragsvergabe für den Bau von 80 Wagen. Damals kamen Stadler und die Verkehrsbetriebe direkt ohne Ausschreibung ins Geschäft. Siemens reichte daraufhin eine Beschwerde bei der Vergabekammer ein und scheiterte. (ls)

