Jedem Hamburger und jeder Hamburgerin soll innerhalb von fünf Minuten ein öffentliches Mobilitätsangebot zur Verfügung stehen – das ist das langfristige Ziel der Angebotsoffensive der Hansestadt für den Nahverkehr, die bis 2030 realisiert sein soll.
Dichtere Takte, höhere Investitionen
Für Verkehrsunternehmen wie die Hamburger Hochbahn bedeutet das massive Angebotsausweitungen und ein stark wachsendes Investitionsvolumen. Zu den neuen Angeboten des Unternehmens zählten 2019 unter anderem deutlich engere Takte bei der U-Bahn, der verlässliche Einsatz von Langzügen, neue MetroBus-Linien und zusätzliche Großraumbusse mit bis zu 125 Plätzen auf hochfrequentierten Linien.
Im Laufe des vergangenen Jahres erreichten die Fahrgastzahlen einen neuen Höchstwert: 467 Millionen Fahrgäste nutzten die Busse und U-Bahnen der Hochbahn. Das waren fünf Millionen oder knapp über ein Prozent mehr Fahrgäste als im Jahr zuvor.
Kostendeckungsgrad bleibt hoch
Trotz deutlicher Leistungsausweitungen sei der Kostendeckungsgrad des Unternehmens mit 90,1 Prozent auf einem extrem hohen Wert gehalten worden. Die Ausgleichsleistungen der Stadt betrugen 68,8 Millionen Euro (2018: 51,0 Millionen Euro). Damit stieg der Zuschuss pro Fahrgast im Durchschnitt von 0,11 Euro auf 0,15 Euro.
Die Hochbahn erhöhte die jährlichen Gesamtinvestitionen um mehr als 30 Millionen Euro auf 324,1 Millionen Euro. 2012 lag dieser Wert noch bei rund 100 Millionen Euro und damit bei weniger als einem Drittel. Und in diesem Jahr will die Hochbahn mit insgesamt 438 Millionen Euro noch einmal rund 114 Millionen Euro mehr als im Vorjahr investieren.
Erste Erholungstendenz nach dem Lockdown
Doch nach dem Anstieg der Fahrgastzahlen 2019 folgte Mitte März der Einbruch durch den Lockdown. Die Zahlen gingen auf rund 30 Prozent des Vor-Corona-Niveaus zurück. Mittlerweile liegen sie wieder bei rund 60 Prozent, berichtet das Unternehmen. Das bedeutet, dass aktuell schon wieder mehr als 700.000 Fahrgäste täglich Busse und Bahnen der Hochbahn nutzen.
In den vergangenen Wochen haben die Hamburger Verkehrsunternehmen im HVV gemeinsam zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Krise zu managen und alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Fahrgäste wieder zurückzugewinnen. Neben der Maskenpflicht, die insgesamt immer noch sehr gut eingehalten werde, seien es unter anderem neue Hygienekonzepte, das Öffnen aller Türen in Bussen und Bahnen an allen Haltestellen, um die Fahrzeuge zu durchlüften, der Einbau von Trennscheiben, um den gesamten Fahrgastraum wieder den Fahrgästen zur Verfügung stellen zu können, und eine umfassende und intensive Fahrgastkommunikation auf allen Kanälen.
Henrik Falk: „Natürlich kennen wir nicht den Zeitpunkt, wann die Corona-Krise vorbei ist. Klar ist aber, dass die Mobilitätswende und der Klimaschutz nichts an Bedeutung und Dringlichkeit verlieren werden. Das Ziel, bis 2030 den Hamburg-Takt zu schaffen und unser Unternehmen komplett klimaneutral aufzustellen, verfolgen wir weiter mit klarer Zielstellung und hohem Engagement.“ (wa)
