In Koblenz soll Busfahren künftig preiswerter und umweltfreundlicher werden. Am Donnerstag, 21. Februar, beschloss der Stadtrat Koblenz einstimmig einen neuen Nahverkehrsplan und die Gründung einer eigenen Verkehrsgesellschaft, wie Stadtsprecher Thomas Knaak mitteilte. Je nach Fahrkarte sollen die Ticketpreise um bis zu 30 Prozent sinken. Des Weiteren ist eine engere Taktung der Busfahrten und eine bessere Ausstattung der Haltestellen geplant. Alternative Busantriebe sollen für weniger Schadstoffausstoß sorgen.
Derzeit ist die privatwirtschaftlich organisierte EVM Verkehrs GmbH mit ihren rund 80 Linienbussen und mehr als 200 Fahrern im Raum Koblenz unterwegs. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM), dem größten kommunalen Energie- und Dienstleistungsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Allerdings fährt die EVM Verkehrs GmbH in Koblenz komplett eigenwirtschaftlich, erhält also keinerlei Unterstützung der Stadt. Das hätte es in den letzten Jahren beispielsweise erschwert, auf alternative Antriebe umzusteigen, so das Unternehmen.
Busfahrer zeigten sich besorgt
Ihre Verträge mit der Stadt Koblenz laufen Ende 2020 aus – dann ist laut Knaak die Übernahme durch eine neue "Koblenzer Mobilitätsgesellschaft" als künftige Tochter der Stadtwerke geplant. Die Kosten dafür seien nur in der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates besprochen worden – sie sollen also geheim bleiben.
Für die städtische Übernahme der Busflotte können sich auch Privatfirmen in der Europäischen Union bewerben. Allerdings seien die Vorgaben "sehr anspruchsvoll" und somit wohl nicht mehr attraktiv für Unternehmen, sagte Knaak. EVM-Busfahrer hatten sich zuvor besorgt gezeigt, dass sich ihre Arbeitsbedingungen im Falle einer Übernahme durch womöglich ein Billigunternehmen erheblich verschlechtern könnten. (dpa/hol)



