Eine Tochter des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat einen digitalen Kopierschutz für Handytickets entwickelt. „Motics“ soll Fälschungen der Barcodes verhindern. Der VDV zeigt diese Lösung auf der Fachmesse Innotrans in Berlin – zu den interessierten Besuchern am Messestand gehörte auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP).
Vorteil von Motics ist nicht nur der höhere Schutz vor Fälschungen. Auch die Ticketkontrolle kann laut VDV erheblich schneller und komfortabler für die Fahrgäste ablaufen. Denn die müssen bei der Prüfung keine zusätzlichen Ausweisdokumente mehr vorzeigen. Motics sei weltweit einzigartig und „made in Germany“, denn es wurde vom VDV eTicket Service entwickelt, einer Tochter des VDV.
Prozesse werden effizienter
Ingo Wortmann, VDV-Präsident und Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): „Die Branche arbeitet auf vielen Ebenen und mit Hochdruck an der Digitalisierung, denn sie ist ein zentraler Baustein für den unternehmerischen Erfolg und wird künftig eine noch wichtigere Rolle einnehmen.“ Motics sei dafür ein gutes Beispiel. Der Kopierschutz sichere nicht nur die Einnahmen der Verkehrsunternehmen. Die Prozesse bei der Ticketkontrolle würden dadurch einfacher, schneller und effizienter. Das sei gut für Kontrollpersonal und für die Fahrgäste.
„Bei uns in der MVG ist Motics seit diesem Jahr im Einsatz, wir gehören damit in München zu den ersten Anwendern. Die bisherigen Ergebnisse sowie das Feedback unseres Kontrollpersonals und der Fahrgäste sind sehr positiv“, weiß Wortmann.
Standard gehört „komplett der ÖPNV-Branche“
Mit Motics hat der VDV eTicket Service einen offenen Standard entwickelt, der komplett der ÖPNV-Branche gehöre. Damit würden die Verkehrsunternehmen vertraglich unabhängig von Mobilfunkprovidern und Smartphone-Herstellern. Zudem könnten rund 15,5 Millionen Chipkarten, die als Trägermedium für Monats-, Job- oder Jahrestickets im Einsatz sind, schrittweise ersetzt werden. Damit werde die Branche auch unabhängiger von der Chipindustrie und dem schwierigen globalen Halbleitermarkt, so Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV und Aufsichtsratsvorsitzender der eTicket Gesellschaft.
Im DB-Navigator können Endkunden im Raum München seit einem Jahr Verbundtickets des MVV mit Motics-Absicherung erwerben. Daran schlossen sich die Stadtwerke München mit den Apps der MVG an. Die nächsten Projekte stehen bereits vor dem Abschluss. Dazu zählt das grenzüberschreitende Projekt easyConnect in Aachen und der saarVV im Saarland. 2023 folgen dann Rhein-Main Verkehrsverbund, Berliner Verkehrsbetriebe und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. (wa)



