ÖPNV

Lotsen begleiten Gebrechliche im Bus und mehr

Das Saarland erleichtert es Älteren und Behinderten, mit dem Nahverkehr von A nach B zu kommen. Das ist das Projekt "Mobisaar". 50 Lotsen holen Fahrgäste auf Wunsch auch von der Haustür ab. Neu: Gebrechliche können die Mobilitätshelfer nun an drei Hotspots in Saarbrücken auch spontan auf ihre Gratis-Dienste ansprechen.
24.08.2018

Ein-, Aus- und Umstiegshilfe für Behinderte und Gebrechliche, Fahrplanauskünfte und Unterstützung beim Ticketkauf – das ist das Herzstück des Projektes "Mobisaar" (von rechts): Klaus Männel und Volker Ney von der Saarbahn beschildern im August 2018 den neuen Standort an der Haltestelle "Saarbrücken Rathaus". Links daneben die "Mobisaar"-Lotsen Jürgen Elsenbast und Carsten Sprengart.

In Teilen des Saarlandes können Ältere, Gebrechliche und Behinderte seit fast drei Jahren 50 hauptamtliche Mobilitätshelfer bestellen, damit sie ihnen beim Bedienen von Fahrschein-Automaten, beim Fahrplan und beim Ein- und Aussteigen in den und aus dem Bus helfen. Auf Wunsch holen sie sie auch von der Haustür ab und begleiten sie die ganze Busfahrt über. Der Service ist für die Passagiere kostenlos, sie müssen aber letztlich einen gültigen Fahrschein haben. Dies ist der Gegenstand des auf fünf Jahre angelegten, vom Bundesforschungsministerium geförderten Sozialprojekts "Mobisaar".

Jetzt hat bei "Mobisaar" eine neue Stufe gezündet: Mussten Gehbehinderte ihre Lotsen bislang am Vortag bis 16 Uhr per Telefon, Mail oder über eine App buchen, so stehen jetzt zusätzlich an drei zentralen Haltestellen Saarbrückens montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr Mobilitätshelfer auch für spontan nachgefragte Dienste ständig zur Verfügung. Das teilte Mobisaar-Projektkoordinatorin Katharina Meßner-Schalk von der Saarbahn mit, einer Tochter der Stadtwerke Saarbrücken.

Ehemalige Langzeitarbeitlose

30 der 50 hauptamtlichen Lotsen sind bei der Beschäftigungsgesellschaft Neue Arbeit Saar (NAS) angestellt, einem weiteren Projektpartner. Sie sind "Langzeitarbeitslose, die nach einer intensiven Schulung eingesetzt werden", schreibt Georgia Lofi, Koordinatorin bei der NAS.

Im nächsten Jahr sollen alle saarländischen Kreise abgedeckt sein. Bisher haben 60 Prozent der Saarländer theoretisch Zugriff auf die Lotsen, und zwar im Regionalverband Saarbrücken, im Saarpfalzkreis sowie im Kreis Neunkirchen. Auf dem Lande werden die Hauptamtlichen durch ehrenamtliche Lotsen ergänzt.

Die "Mobisaar"-Projektpartner

Über die Saarbahn und die NAS hinaus machen sieben Partner beim Sozialprojekt "Mobisaar" mit:

  • das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO),
  • das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz,
  • B2M Software,
  • der Saarländische Nahverkehrs-Service,
  • der Sozialverband VDK Saarland,
  • die Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt und
  • das Diakonische Werk an der Saar / Bahnhofsmission. (geo)