„Dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen…“ – die Rede des Alt-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber bleibt einzigartig, doch der gescheiterte Magnetschwebezug Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen könnten einen Nachfolger bekommen: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) hat eine entsprechende Machbarkeitsstudie an die Firma Transport Technologie Consult Karlsruhe vergeben.
Neues System „Made in Germany“
Der Flughafen München – so heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium – sei nicht nur internationales Verkehrsdrehkreuz, sondern ein Innovationstreiber für Bayern und Deutschland. „Wir starten jetzt eine Machbarkeitsstudie für ein völlig neues Magnetschwebesystem Made in Germany". Untersucht werde, welches technische, wirtschaftliche und ökologische Potenzial die Technologie auch im Vergleich zu anderen Transportmitteln nicht nur am Münchner Flughafen hat.
Im Zentrum steht aber nicht der Transrapid mit seiner Geschwindigkeit von 500 Stundenkilometern. Es geht um das „Transportsystem Bögl“ der Firmengruppe Max Bögl. Das System ist mit seiner Endgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern langsamer, dafür aber erheblich energieeffizienter als der „große“ Transrapid unterwegs. Damit liegt der Einsatz-Schwerpunkt des Bögl-Systems eher im Nahverkehrs-Bereich.
Kosten deutlich unter U-Bahn-Bau
Zudem umfasst der Fahrweg – anders als beim Transrapid – das Fahrwerk der Bahn. Das System ist dadurch deutlich leiser. Beim Bau bewegen sich die Kosten eines Streckenkilometers mit rund 50 Millionen Euro im Bereich üblicher Stadtbahnen – sind also deutlich günstiger als Investitionen beispielsweise in eine U-Bahn, die bis zu 300 Millionen Euro pro Kilometer kostet.
Im ersten Teil der Studie soll es um die Potenziale der Technologie im Allgemeinen gehen, im zweiten Teil steht mit dem Flughafen München ein erster konkreter Anwendungsfall im Fokus. (wa)
