Die Kreisdirektorin des Märkischen Kreises Barbara Dienstel-Kümper (links) zeichnet das Projekt ‚"Dorfmobilität der Zukunft" mit dem ersten Regionale-Stern aus. Stellvertretend für alle Projektmitglieder nehmen die Auszeichnung entgegen (von links): Matthias Thelen und Alexander Nickel (Stadtwerke Menden) sowie Gerhard Schmier, Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG)

Die Kreisdirektorin des Märkischen Kreises Barbara Dienstel-Kümper (links) zeichnet das Projekt ‚"Dorfmobilität der Zukunft" mit dem ersten Regionale-Stern aus. Stellvertretend für alle Projektmitglieder nehmen die Auszeichnung entgegen (von links): Matthias Thelen und Alexander Nickel (Stadtwerke Menden) sowie Gerhard Schmier, Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG)

Bild: © Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Die Dorfmobilität der Zukunft steht im Mittelpunkt eines ambitionierten Pilotprojekts der Stadtwerke Arnsberg und Menden und ihrer Kooperationspartner, der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Technischen Universität Dortmund. Unter dem Namen "Landmobil 2025" soll das autonome Fahren mit einem selbst fahrenden Dorf-Kleinbus umgesetzt werden. Im Rahmen des NRW-Struktur- und Veranstaltungsprogramms "Regionale 2025" ist das Vorhaben zusammen mit zehn weiteren Projekten mit einem ersten von drei benötigten Sternen ausgezeichnet worden.

Der Regionale-Ausschuss spricht sich damit für eine weitere Umsetzung aus, ein wichtiger Etappenerfolg mit Blick auf die angestrebte finanzielle Unterstützung aus dem Strukturförderprogramm. Konkret geht es bei dem Projekt um den Einsatz von selbstfahrenden und vernetzten Elektro-Kleinbussen im öffentlichen Nahverkehr. Zum Einsatz kommen können aber auch teilautonome Autos, Car-Sharing und E-Bikes. Das Konzept soll es ermöglichen, auch auf dem Land, ohne Auto mit einem Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln voranzukommen.

Weiterentwicklung der geplanten Teststrecke

Um die Mobilitätskonzepte der Zukunft erproben zu können, wird nun ein Modelldorf gesucht. Bewerben können sich zunächst alle Dörfer in einem Radius von 25 km um die Städte Menden und Arnsberg. Das Projekt ist eine Weiterentwicklung der ursprünglich von beiden Stadtwerken geplanten Teststrecke für autonomes Fahren, erklärt der Projektverantwortliche Matthias Thelen auf ZfK-Nachfrage. "Was mich an diesem Projekt ganz besonders beeindruckt, ist der ganzheitliche Ansatz. Es gewährleistet für die Menschen im ländlichen Raum als Anschlussmobilität ein ergänzendes Angebot zum ÖPNV", lobte der Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke.

"Wir wollen mit unserem Projekt die Entwicklung der Mobilitätsangebote aktiv fördern, um mit einem breit aufgestellten Mobilitäts-Mix im Wettbewerb der Regionen eine bessere Anbindung an urbane Balllungsräume zu gewährleisten", bekräftigte Torsten Bertram von der TU Dortmund. Zu den überregional bekannten Fürsprechern von "Landmobil.2025" zählt auch der in Südwestfalen aufgewachsene CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.

Ziemiak: "Mehr als unterstützungswürdig"

"Herausforderungen zu Mobilität gibt es nicht nur in Berlin, Hamburg, München oder Düsseldorf zu bearbeiten, sondern auch in ländlichen Wirtschaftsräumen wie Südwestfalen", so Ziemiak in der "Westfalenpost". Deshalb komme "Landmobil 2025" genau zum richtigen Zeitpunkt und sei "mehr als unterstützungswürdig". Auch der NRW-Arbeitgeberpräsident und Chef des Automobilzulieferers Kirchhoff, Arndt Kirchhoff, begrüßte das Projekt.

Mit der Mobilität auf dem Land befasst sich aktuell auch ein in Menden stattfindender Hackathon, an dem die Stadtwerke ebenfalls beteiligt sind. Die Förderung im Rahmen der Regionale geht über drei Stufen. Am 4. Juli steht die Vergabe des zweiten Sterns an, mit diesem werden "realisierungsfähige Konzeptionen" ausgezeichnet. Der dritte Stern wird dann vergeben, wenn "alle Anforderungen erfüllt und das Vorhaben umsetzungsreif ist". Bei der Regionale 2013 wurden mehr als 150 Mio. Euro an Fördermitteln ausgeschüttet. Mehr zu dem Projekt "Landmobil 2025" gibt es unter www.dorfmobilitaet.de (hoe)

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