Die Stadtwerke Augsburg (swa) wollen mit dem flexiblen Ridesharing-Dienst swaxi die Lücke zwischen klassischem ÖPNV-Angebot und Taxi schließen. Aufgrund der Coronakrise hat sich das Unternehmen spontan entschieden, in der ersten Testphase ausschließlich das Klinik- und Pflegepersonal der Universitätsklinik Augsburg mit dem kostenlosen Fahrservice zu unterstützen. Dieser wird bereits seit über einem Monat angeboten. "Das Angebot für das Klinikpersonal ist für uns die Pilotphase der App, mit der unser Ridesharing swaxi gebucht und abgerechnet wird. Wir haben jeden Tag Fahrten gemacht und konnten bisher wertvolle Erfahrungen im Betrieb sammeln", bilanziert swa-Geschäftsführer Walter Casazza auf ZfK –Anfrage.
So funktioniert es
Die swa arbeiten bei dem Projekt mit dem Softwarepartner door2door zusammen. Um den Fahrservice nutzen zu können, wird die App swaxi auf das Smartphone heruntergeladen. Über einen Registrierungscode können sich die Mitarbeiter*Innen des Uniklinikums anmelden. Zwei Fahrzeuge der swa mit je einem Fahrer sind als Ergänzung zum Nahverkehr im Einsatz. Am Wochenende, samstags und sonntags sowie an Feiertagen können die Mitarbeiter des Uniklinikums das kostenlose Angebot zwischen 4:30 Uhr und 7:30 Uhr in Anspruch nehmen. Das swaxi bringt sie kostenlos von Zuhause zum Dienst oder wieder zurück. Die Zeiten wurden in Abstimmung mit der Uniklinik Augsburg so ausgewählt, um vor allem Mitarbeiter während des Personalwechsels zu unterstützen. Da es sich zunächst um einen Probebetrieb handelt, ist das Einsatzgebiet eingeschränkt. Eigentlich ist das Angebot als Ridepooling konzipiert, das heißt die Fahrten mehrerer Nutzer zur gleichen Zeit und mit ähnlichen Zielen werden gebündelt. Aufgrund der Pandemie ist das Pooling aber aktuell deaktiviert.
Höhere Flexibilität, kurze Fußwege
„Wie unser Carsharing und Fahrradverleih ist swaxi eine Ergänzung zu unserem Öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Straßenbahnen. Damit komplettieren wir unseren Mobilitätsmix“, stellt Casazza klar. Es handle sich um einen sogenannten OnDemand Verkehr. Das bedeute, dass man ein besseres Angebot für die Fahrgäste schaffe. „Dort wo Bedarf an Mobilität besteht, können wir optimal reagieren und Fahrten anbieten. Insbesondere in Randzeiten, Randgebieten oder auch Querverbindungen“, so der Geschäftsführer. Die swa optimierten ihr Angebot „hin zu den Kundenwünschen“ mit höherer Flexibilität, kurzen Fahrzeiten oder kurzen Fußwegen.
Preis soll zwischen ÖPNV- und Taxitarif liegen
Und wie soll sich der Fahrservice dauerhaft finanzieren? Es gehe vor allem darum, die Effizienz gesamtheitlich für den ÖPNV zu erhöhen und mehr Fahrgäste zu gewinnen durch ein noch flexibleres und komfortableres Gesamtangebot, betont Casazza. Gleichzeitig gebe es Einsparmöglichkeiten, weil das Angebot etwa in Randzeiten oder in bestimmten Gebieten sehr schwach genutzte Buslinien ersetzen oder ergänzen könne. „Das swaxi fährt flexibel und kostengünstiger nach Bedarf und nicht fest nach Fahrplan“. Für die Fahrgäste liege der Preis für das swaxi je nach Fahrtstrecke zwischen ÖPNV- und Taxitarif. Die swa wollen bei der Etablierung des Angebots die Taxibranche mit ins Boot holen. Casazza führt aus: „Wir sind hier seit mehreren Monaten mit der Taxibranche in einem vertieften Austausch und wollen eine Kooperation abschließen.“ (hoe)


