Das swt-Team repariert die Oberleitung an einem Bahnübergang, die ein Lastwagen heruntergerissen hatte.

Das swt-Team repariert die Oberleitung an einem Bahnübergang, die ein Lastwagen heruntergerissen hatte.

Bild: © swt/Ludolf

Mit dem Thema Bahn kennen sich die Stadtwerke Tübingen (swt) aus. Schon seit Jahren zählen sie zu den großen Bahnstrom-Anbietern in Deutschland. In den vergangenen Monaten entwickelten sie außerdem eine Batteriezug-Schnellladestation. Jetzt kommt schon wieder ein neues Geschäftsfeld hinzu: Die swt übernehmen Betreiberverantwortung für die Oberleitungsinfrastruktur im Streckennetz von Ermstalbahn und Ammertalbahn. Dabei kombinieren sie ihre Expertise im Strombereich mit ihren Erfahrungen aus dem Bahnsegment. Und einen ungeplanten Notfall-Einsatz hatten sie bereits bei ihrer neuen Aufgabe.

Derzeit werden die Strecken der Ammertalbahn und der Ermstalbahn mit Oberleitungen ausgebaut. Eigentümer der Netzanlagen und damit Auftraggeber für die Stadtwerke sind die beiden Regionalbahn-Gesellschaften Zweckverband ÖPNV im Ammertal und Erms-Neckar-Bahn AG.

Zukünftig werden sich die swt mit Betreiberverantwortung um Wartung und Instandhaltung der Oberleitungsanlagen zwischen Tübingen und Herrenberg einerseits und zwischen Metzingen und Bad Urach andererseits kümmern. Mit ihrer angebundenen Leitwarte leisten die swt außerdem eine Rund-um-die-Uhr-Störungsbehebung.
 
Betreiberverantwortung heißt: als Elektro-Fachkräfte der Oberleitungsinfrastruktur bewerten Stadtwerke-Mitarbeiter alle Komponenten der Infrastruktur. Sie entscheiden dann auch über notwendige Maßnahmen. Ein Vorteil ist dabei die lokale Nähe zur swt-Zentrale in Tübingen. Die Wege zu Wartungs- und Entstörungseinsätzen sind kurz, ebenso die Reaktionszeiten. Die swt bringen dafür ihr im Strombereich optimiertes Einsatz- und Entstörungsmanagement mit einer 24/7-Rufbereitschaft mit. Der Erfolg der Stadtwerke-Arbeit wird nach Angaben eines Unternehmenssprechers in „Ausfallminuten pro Jahr“ gemessen. Pönalen gebe es aber nicht.

Neunköpfiges Team kann jetzt bahnerden

Die Vorbereitung auf die neuen Aufgaben läuft nach Stadtwerke-Angaben bereits seit mehreren Monaten. Ein neunköpfiges Team ließ sich in mehreren Lehrgängen in spezielle Themen ausbilden. Damit sind sie jetzt beispielsweise gut gerüstet, um in Notfällen die Oberleitung auszuschalten und bahnerden zu können, damit Einsatzkräfte gefahrlos Rettungsarbeiten durchführen können.
 
Den ersten Einsatz hat das Team bereits erfolgreich gemeistert. Ein Lastwagen hatte mit seiner noch nicht gesenkten Kipper-Ladefläche die Oberleitung an einem Bahnübergang heruntergerissen. Das Team war schnell vor Ort, sperrte zunächst die Stelle ab und sicherte die beschädigte, aber noch nicht unter Strom stehende Oberleitungsanlage, damit der PKW-Verkehr wieder über den Bahnübergang fahren konnte. (wa)

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