Die Finanzierung des Deutschlandtickets ist noch nicht endgültig geklärt.

Die Finanzierung des Deutschlandtickets ist noch nicht endgültig geklärt.

Bild: © Nikkimeel/Adobe Stock

Die positive Nachricht: Das Deutschlandticket wird es auch 2024 zum Preis von monatlich 49 Euro geben. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz geeinigt. Doch eine langfristige Lösung der Finanzierungsprobleme hat die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nicht gebracht.

Weil das Ticket in diesem Jahr mit viermonatiger Verspätung gestartet war, lagen die Kosten unterhalb der geplanten drei Milliarden Euro. Dieser nicht abgerufene Betrag von rund 700 Millionen Euro, so lautet die Einigung, soll ins Jahr 2024 verschoben werden.

400 Millionen Euro fehlen schon 2024

Was jedoch über 2024 hinaus passiert, bleibt zunächst unklar. Statt sich auf eine Nachschusspflicht von Bund und Ländern zu einigen, sollen nun die Verkehrsminister der Länder Vorschläge machen, wie das Ticket gesichert werden könne. Auf dieser Grundlage werde man sich darüber verständigen, wie das Ticket in Zukunft finanziert und der Ticketpreis gestaltet wird, teilt die Bundesregierung mit.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht erwartungsgemäß Licht und Schatten. VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Die für 2024 zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel sind ein gutes Signal und ein wichtiger Schritt für den kurzfristigen Fortbestand des Deutschlandtickets. Allerdings ist die Finanzierungsfrage damit nicht abschließend und vollständig beantwortet. Denn nach unserer Prognose werden diese Mittel nicht für das ganze Jahr 2024 ausreichen. Es fehlen noch mindestens 400 Millionen Euro.“

Die Branche will Vorschläge machen

Die Vertagung einer langfristigen Lösung versteht der VDV „auch als Auftrag an die Branche, hierzu geeignete Vorschläge einzubringen.“ Zudem weist der Verband nochmals darauf hin, dass es auch schnelle politische Vereinbarungen für Ausbau und Modernisierung des ÖPNV braucht.

Zudem liege bislang keine Tarifgenehmigung vor, die für den Verkauf des Tickets ab Januar zwingend erforderlich ist. Auch hierzu werde der VDV unverzüglich einen Vorschlag machen.

Deutlich schärfer ist die Kritik der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Das Deutschlandticket sei „bislang eines der wenigen guten Dinge, die die Bundesregierung in Sachen Verkehrswende zustande gebracht hat“, erklärt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Scholz habe es erneut versäumt, echte Führungsstärke zu zeigen. „Während für den Bau neuer Autobahnen Milliarden verschwendet und Kostensteigerungen problemlos hingenommen werden, erscheint die Finanzierung eines bezahlbaren 49-Euro-Tickets nahezu utopisch“, so Resch. (wa)

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