Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gemeinsam mit mehr als 40 europäischen Partnern das autonome Fahren und das Internet der Dinge zusammengebracht. Im EU-Vorhaben „Autopilot“ (Automated Driving Progresses by the Internet Of Things) stehen Entwicklung, Test und Bewertung neuer Fahrfunktionen und Fahrdienstleistungen sowie die dazu notwendigen IT-Architekturen und IT-Plattformen im Fokus. Im Teilprojekt „Automated Valet Parking“ haben dabei Forschende des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik ein Konzept entwickelt, das dem Parkplatzsuchen und Einparken ein Ende bereiten kann.
Der Fahrer gibt sein Auto an einem festgelegten Punkt ab und sendet es dann mittels App zum Einparken. Das dahinter stehende System weiß, wo sich freie Parkplätze befinden, navigiert das Fahrzeug entsprechen dort hin und parkt es ein. Mittels App ruft der Nutzer sein Fahrzeug auch wieder ab.
Die Drohne kennt freie Parkplätze
Die Informationen zu freien Parkplätzen stammen von einer vernetzten und vollautonom fliegenden Drohne – einem Bestandteil des Internets der Dinge. Sie fliegt einen festgelegten Kurs in einer Höhe von zwei oder drei Metern ab und sammelt mit ihren vier Kameras Daten. Mit diesen Informationen kann das System Aussagen dazu treffen, wo sich freie Parkplätze befinden, die optimale Route ermitteln und Hindernisse entdecken.
Die dabei verwendete Drohne wurde ursprünglich für die Erkundung von Planeten und den Einsatz in Katastrophengebieten entwickelt – etwa um Personen in nicht sicher betretbaren oder schon teilweise eingestürzten Gebäuden aufzuspüren. Deshalb fliegt sie relativ tief und unabhängig von Satellitennavigation. Sie ist damit flexibel einsetzbar, zum Beispiel bei Parkflächen ohne Infrastruktur oder nur temporär genutzten Parkflächen, wie ein Feld bei einem Festival.
Erfolgreicher Praxistest
Das Team um Projektleiter Robert Kaul hat eine übergeordnete IT-Plattform geschaffen. Sie ermöglicht die Einbindung und Zusammenarbeit aller Elemente über entsprechende Schnittstellen, verwaltet den Datenverkehr und ist als Open-Source-Lösung unabhängig von einzelnen Anbietern. Dass sämtliche Komponenten virtuell und real miteinander funktionieren, zeigte das Team im Praxisversuch am DLR-Standort Braunschweig. (wa)



