Seit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen fahren die Schwebebahn und die Busse der Wuppertaler Stadtwerke wieder nahezu im Normalbetrieb. Auch die Fahrgastzahlen steigen wieder, die Auslastung der Busse und der Schwebebahn entspricht aber erst 50 Prozent des Niveaus aus Vorcoronazeiten. "Wir haben gerade einmal die Hälfte der alten Zahlen erreicht, bei vollen Kosten", erklärte Ulrich Jäger, Geschäftsführer von WSW mobil jüngst gegenüber der "Westdeutschen Zeitung". Zu Beginn des Shutdowns war die Auslastung teilweise auf 30 Prozent gesunken. Aufwand und Ertrag klaffen, wie überall aktuell im Öffentlichen Nahverkehr weit auseinander. Allein bei den WSW sind in der Mobilitätssparte deshalb seit Beginn der Coronakrise Verluste von 1,3 Mio. Euro aufgelaufen. Der Großteil der Ertragseinbußen hängt mit dem Rückgang bei den Barticketverkäufen zusammen.
Eine merkliche Besserung scheint aktuell nicht in Sicht. Einerseits scheuen viele Bürger die Fahrt mit Bus und Bahn, andererseits ist eine Reduzierung des Angebots aufgrund der geltenden Abstandsregeln keine Option. Ulrich Jäger zeigt einerseits Verständnis für die Vorgaben der Politik, das Fahrangebot trotz der deutlich niedrigeren Nachfrage aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig fordert Jäger, der auch Vorsitzender der Landesgruppe NRW im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist, einen finanziellen Rettungsschirm für den ÖPNV, der die bisherigen Einnahmeausfälle kompensiert. Dafür hatten sich in den vergangenen Wochen die Länderverkehrsminister stark gemacht.
Fahrer erfahren höhere Wertschätzung
An den geplanten Investitionen in die Anschaffung neuer Wasserstoffbusse wollen die Wuppertaler Stadtwerke aber festhalten. "Unsere Projekte, wie etwa die Inbetriebnahme der Brennstoffzellen-Busse sind sinnvoll und notwendig und werden von uns fortgeführt. Corona wird die Verkehrswende verändern, aber nicht aufhalten", stellte ein Sprecher auf ZfK-Anfrage klar. Ein positiver Nebeneffekt der Corona-Pandemie sei die höhere Wertschätzung der Wuppertaler Bürger für das Personal im Fahrbetrieb. "In Gesprächen berichten unsere Fahrer von anerkennenden Gesten der Fahrgäste, wie Daumen hoch oder weiter so", führt der Sprecher weiter aus. Dies sei im Nahverkehr nicht immer so und die Kollegen freuten sich über die Anerkennung. (hoe)


