Vorne und hinten ist die U-Bahn rappelvoll, aber in der Mitte sind noch Sitzplätze frei: Das ist nicht nur für die Fahrgäste unangenehm, sondern kostet auch Zeit, weil der Einstieg länger dauert.
Um das zu vermeiden, testet die BVG aus Berlin ein System, das die Auslastung von U-Bahnwagen grafisch darstellt. Fahrgäste im Bahnhof sehen auf Leuchtanzeigern, welche Wagen des nächsten Zuges bereits gut besetzt sind und wo es noch reichlich Platz gibt. Sie können sich damit - so hofft die BVG - leicht orientieren, auf dem Bahnsteig verteilen und die Position wählen, die einen schnellen und stressfreien Einstieg am einfachsten macht.
Test mit überschaubarem Aufwand
Der Pilotversuch findet zunächst auf dem U-Bahnhof Bundestag der U55 statt. Dies sei zwar sicher nicht die Linie, auf der es üblicherweise Platzprobleme gibt, sagt Nicole Grummini, Bereichsleiterin U-Bahn bei der BVG. Auf dieser kurzen Strecke mit den wenigen eingesetzten Wagen gebe es aber die Möglichkeit, das neue System mit überschaubarem Aufwand zu testen. „Wir wollen hier in erster Linie erproben, wie zuverlässig die Komponenten im Zug und im Bahnhof miteinander kommunizieren“, meint Grummini.
In drei der vier auf der U55 eingesetzten Doppeltriebwagen werden dafür die Videokameras mit einer Software ausgestattet, die erkennt, wie viele Fahrgäste sich in jedem einzelnen Wagen befinden. Diese Auslastungs-Information sendet der Zug an das Anzeigesystem im nächsten Bahnhof. Für jeden Wagen gibt es dort eine Anzeige mit drei stilisierten Personen. Je nach Auslastung leuchten vor Einfahrt des Zuges eine, zwei oder drei davon auf und signalisieren damit: Hier gibt es viel Platz, mäßig viel Platz oder kaum noch Platz. (wa)



