Von Andreas Baumer
Die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien lagen im ersten Halbjahr unter den Kosten des Vorjahreszeitraums. Das zeigen ZfK-Berechnungen, die auf Daten der Übertragungsnetzbetreiber fußen.
Demnach schoss der Bund 7,4 Milliarden Euro zu, um Defizite auf dem EEG-Konto auszugleichen. Der Kontostand betrug Ende Juni 0,9 Milliarden Euro. Das war etwas mehr als zu Jahresbeginn. Über das EEG-Konto werden beispielsweise Wind- und Solaranlagenbetreiber vergütet, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Anspruch auf eine Förderung haben.
EEG-Kosten werden zum Politikum
Die EEG-Kosten waren im vergangenen Jahr zum Politikum geworden, denn die tatsächlichen Förderkosten überstiegen die vom Bundestag eingeplanten 10,6 Milliarden Euro deutlich und setzten den Bundeshaushalt insgesamt unter Druck. Am Ende musste der Bund 18,5 Milliarden Euro zuschießen.
Der Grund dafür war aus Klimaschutzsicht eigentlich ein erfreulicher. Im Sommer 2024 produzierten Solaranlagen in Deutschland so viel Strom wie noch nie. Das führte allerdings dazu, dass es gerade zur Mittagszeit zu einem Überangebot kam und die Börsenstrompreise in den Negativbereich rutschten. In der Folge stiegen die Förderkosten enorm.
Im Winter kehrte sich das Bild um. Vor allem, weil Windkraftanlagen weniger Strom produzierten als in den Vorjahreszeiträumen und sich die Sonne jahreszeitbedingt auch nicht so oft zeigte, sanken die Förderkosten deutlich. Im Februar betrugen die Gesamtausgaben auf dem EEG-Konto sogar nur 795 Millionen Euro. Das war der niedrigste Wert seit Januar 2023, als Deutschland noch mitten in der Energiekrise steckte.
EEG: Juni besonders teuer
Seit April ist das Defizit zwischen Ausgaben und Einnahmen auf dem EEG-Konto – Bundeszuschüsse ausgeklammert – jedoch wieder sprunghaft gewachsen. Im April betrug die Lücke 1,4 Milliarden Euro, im Mai 1,8 Milliarden Euro und im Juni sogar 2,3 Milliarden Euro. Der Juni war zudem der einzige Monat, in dem die EEG-Ausgaben den Vorjahreswert überschritten.
In allen drei Monaten erreichte die Solareinspeisung neue Rekordwerte. Im Juni wurden laut der Plattform Energy-Charts in Deutschland mehr als zehn Terawattstunden (TWh) Solarstrom produziert. Damit war Photovoltaik noch vor der Windkraft und weit vor der Braunkohle Stromquelle Nummer eins. Zugleich sanken die durchschnittlichen Börsenstrompreise auf dem Day-Ahead-Markt (Epex Spot) auf 56 Euro pro Megawattstunde (MWh). Das entsprach einem Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Übertragungsnetzbetreiber gaben im vergangenen Herbst für dieses Jahr noch einen EEG-Finanzierungsbedarf in Höhe von 17 Milliarden Euro an. Nach jetzigem Stand könnten es weniger werden. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für dieses Jahr wurden dennoch 17,2 Milliarden Euro bereitgestellt.
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