Stadtwerke-Award

Stadtwerke Award: ZfK-Leser küren den Sieger mit

Die Nominierten für den diesjährigen Stadtwerke-Award stehen fest. Qualifiziert haben sich die Berliner Stadtreinigung, die Stadtwerke Bamberg, die Stadtwerke Bielefeld, die Stadtwerke Konstanz, die Stadtwerke Neumünster und die Stadtwerke Schweinfurt. Auch in diesem Jahr können die Leser der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ihre Stimme abgeben und über die diesjährigen Gewinner mitentscheiden. Die Online-Abstimmung ist ab Montag, 5. Juli, freigeschaltet. Sie endet am Montag, 19. Juli.

Die Publikumsstimme geht mit einem Drittel in das Endergebnis ein. Die übrigen zwei Drittel entfallen auf die Jury. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadtwerke-award.net.

Die Auszeichnung wird von der Stadtwerkekooperation Trianel, der VKU-Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) organisiert. 

Recycling Mit dem Projekt „NochMall – Alles außer Neu“ widmet sich die NochMall GmbH, eine Tochter der Berliner Stadtreinigung AöR, der Abfallvermeidung und dem Recycling. Ziel der Kampagne ist es, „Re-Use“ salonfähig zu machen.

Der Mutterkonzern Berliner Stadtreinigung AöR wies nach, dass sich große Mengen an qualitativ hochwertigen Gebrauchtwaren über Recyclinghöfe erfassen lassen, diese Waren jedoch nicht über die in Berlin vorhandenen Second-Hand-Einrichtungen transportiert und vermarktet werden können. In der NochMall werden aber nicht nur Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug, Bücher und vieles mehr verkauft. Zusätzlich ist die NochMall eine Plattform für Workshops und Events rund um Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung. Das Konzept soll auch als Franchise-Modell für andere Stadtwerke zugänglich gemacht werden.

Wärmewende Auf eine innovative Verbindung der Themen Quartierslösungen und Wärmenetze setzt die Stadtwerke Bamberg GmbH mit ihrem Projekt “Lagarde 4.0“. Auf dem innerstädtischen Konversionsquartier „Lagarde“ entstehen bezahlbarer Wohnraum für rund 1200 Familien sowie Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und soziale Einrichtungen. Die dichte Gebäudestruktur setzt sich aus einem teils denkmalgeschützten Bestand und hocheffizienten Neubauten zusammen. Die nachhaltige Ausrichtung einer Quartierslösung aus Alt- und Neubaubestand ist dabei einzigartig. Mit ihren Verbundpartnern haben die Stadtwerke ein Wärmekonzept entwickelt, bei dem über 70 Prozent der Wärme vor Ort aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Smart City Die Stadtwerke Bielefeld GmbH wartet durch das Projekt „Stadtweite Grünflächenbewässerung mit LoRaWAN“ mit einem innovativen Smart-City-Konzept auf. Die Stadtwerke Bielefeld haben eine innovative Lösung für das in Folge des Klimawandels immer dringendere Problem der innerstädtischen Grünflächenbewässerung und das städtische Klima gefunden. Das Projekt stellt ein Anwendungsbeispiel des bereits stadtweit installierten Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) dar. In Bielefeld messen Sensoren im Boden die Feuchtigkeit und können demnach entscheiden, wann und wie viel die städtischen Grünflächen gewässert werden müssen. Aus der Sensorüberwachung ergibt sich eine effektivere und ressourcenschonendere Wassernutzung sowie eine verbesserte Luftqualität.

Digitalisierung Mit dem Konzept „Kunden Ökosystem zur Stärkung der Daseinsvorsorge“ beeindruckt die Stadtwerke Konstanz GmbH durch die Verknüpfung der Bereiche Digitalisierung, Kundenbindung und Kostensenkung. Die Plattformlösung, auf der Prozesse wie Kundenservice, Support, Abrechnungen und Mahnwesen konzernübergreifend automatisiert und standardisiert werden, bietet Kunden eine einheitliche Betreuung über alle Sparten hinweg. Die Betreuung geschieht anhand eines Fünf-Phasen-Kundenlebenszyklus. Dies betrifft die Sparten Energie (Strom, Gas, Wasser), Telekommunikation, E-Mobilität, ÖPNV, Bäder, Fährenbetrieb, Schifffahrt und Energieberatung. Das Konzept hilft Kosten zu senken und den Betrieb von weniger wirtschaftlichen, aber für Bürger attraktiven Projekten, zu ermöglichen und langfristig zu sichern. Hier wird Prozessoptimierung bis zum Kunden gedacht.

E-Mobilität Mit einer innovativen und für Stadtwerke noch ungewöhnlichen Lösung für E-Mobilität haben sich die Stadtwerke Neumünster GmbH mit ihrem Projekt www.nonoxx.de – die Plattform für E-Mobilität qualifiziert. Hinter dem Konzept verbirgt sich eine bundesweite Vertriebsplattform für elektrisch angetriebene Fahrzeuge und dem entsprechenden Zubehör. Über das Portal können elektrische Fahrzeuge geleast und die Ladestation für zuhause aus einer Hand geordert werden. Zudem inkludiert der Service von Nonoxx die persönliche Beratung für die jeweiligen Produkte und die fachkundige Montage vor Ort. Optionale Zusatzleistungen sind zum Beispiel ein Ökostromvertrag und die passende Autoversicherung. Die Besonderheit des Konzepts ist, dass das Angebot von Leasing über Versicherung und Lademöglichkeit aus einer Hand kommt, was für den Kunden deutlich Verminderung von Aufwand beim Einstieg in die E-Mobilität bedeutet. Andere Stadtwerke können „Nonoxx-Partner“ werden und als Teil der Stadtwerke-Gemeinschaft über die Marke Nonoxx ihren Kunden den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Die Stadtwerke Neumünster behaupten sich hier als Anbieter eines Rund-um-Sorglos-Pakets.

Sektorenkopplung Die Stadtwerke Schweinfurt GmbH denkt das Thema Sektorenkopplung über das Thema Energie hinaus und bindet intelligent die Wasserversorgung ein. Durch Sektorenkopplung und Digitalisierung arbeiten die Stadtwerke mit ihrem Projekt „Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken“ an der umweltfreundlichen Wasserversorgung der fränkischen Trockenplatte. Hierzu errichten sie eine eigene Photovoltaik-Freiflächenanlage und stellen die gesamte Energieversorgung der Wassersparte auf Grünstrom um. Folglich werden Wasserspeicherreservoirs als Energiespeicher genutzt und mit der PV-Anlage, einem Batteriespeicher und einem Blockheizkraftwerk verknüpft. Dadurch soll der Eigenverbrauch optimiert werden. Zudem wird Künstliche Intelligenz eingesetzt, um das komplexe, spartenübergreifende Gesamtsystem zu steuern und Prognosen für Verbrauch und Erzeugung zu optimieren. Die Wasserversorgung soll durch das Projekt „autark“ und damit zu 100 % krisensicher werden.

SW Award:

Mit dem STADTWERKE AWARD „Das Stadtwerk der Zukunft“ werden Vorzeigeprojekte aus der Kommunalwirtschaft ausgezeichnet. Darunter fallen beispielsweise innovative, neue Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Produkte, technische Neuerungen, interne Prozessoptimierungen, Kommunikations- und Marketingstrategien, aber auch wissenschaftliche Projekte. Eine hochkarätig besetzte Jury (siehe auch https://vku-akademie.de/jahrestagungen/stadtwerke-award) wählt aus den eingehenden Bewerbungen die Finalisten aus.