Stadtwerke Award: ZfK-Leser küren den Sieger mit

Die Nominierten für den diesjährigen Stadtwerke-Award stehen fest. Qualifiziert haben sich die swb Erzeugung, Stadtwerke Halle, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Stadtentwässerung Köln, Stadwerke München, Stadtwerke Osnabrück sowie Wien Energie. Auch in diesem Jahr können die Leser der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ihre Stimme abgeben und über die diesjährigen Gewinner mitentscheiden. Die Online-Abstimmung ist ab Montag, 6. Juli, freigeschaltet, sie endet am Montag, den 20. Juli.

Die Publikumsstimme geht dabei zu einem Drittel in die Wertung ein. Die restlichen zwei Drittel entfallen auf die Jury. Die Sieger des Wettbewerbs werden beim VKU-Stadtwerkekongress  am 15. September gekürt. Wegen der Kontaktbeschränkungen wird dieser nicht als Präsenzveranstaltung, sondern komplett digital stattfinden. Präsentiert wird der AWARD von Trianel, der VKU Akademie und der ZfK. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadtwerke-award.net Die Auszeichnung wird von der Stadtwerkekooperation Trianel, der VKU-Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) organisiert.          

Stadtwerke Award 2020

SEKTORENKOPPLUNG

Eine innovative Form der Sektorenkopplung steht im Mittelpunkt des Projekts »Hybridregel-Kraftwerk (Hyrek)« des Bremer Kommunalunternehmens »swb Erzeugung«. Konkret wurde ein 14,2 MWh-Batteriespeicher gebaut und mit einer Power-to-Heat-Anlage kombiniert. Das Hybridregel- Kraftwerk koppelt über den Speicher die Sektoren Strom und Wärme. So kann es die Systemdienstleistung für den Strommarkt und die mögliche überschüssige Stromproduktion in Form von Wärme für die Fernwärmeversorgung bereitstellen. Das Nachladen der Batterie für die positive Regelleistung erfolgt effizient über das bestehende Heizkraftwerk in Bremen-Hastedt. Das Hyrek-Konzept soll auch anderen Energieversorgern und Industriebetrieben angeboten werden. Durch das neue Konzept werden die Batteriekosten gegenüber am Markt befindlichen Batteriespeichern um die Hälfte gesenkt.

RECRUITING UND SOZIALE TEILHABE

Mit der Initiative »Neu starten«, die Mitarbeitergewinnung mit einem Beitrag zur Gesellschaft und der Übernahme sozialer Verantwortung verbindet, geht die Stadtwerke Halle GmbH (SWH) ins Rennen. Im Rahmen der Initiative sollen Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert und gleichzeitig Stellen in der Stadtwerke-Halle-Gruppe dauerhaft besetzt werden. Ein weiteres Projekt widmet sich zudem dem Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit in Halle. Schüler erhalten dabei einen realistischen Einblick in die Berufsanforderungen und berufsrelevante Kompetenzen werden gefördert. Darüber hinaus wird jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen geholfen, einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden. Im vergangenen Jahr allein unterschrieben elf Projektteilnehmer einen Arbeitsvertrag bei den SWH, vier begannen eine Ausbildung.

SEKTORENKOPPLUNG

Im Rahmen des EU-Projekts SINFONIA hat die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) einen ganzheitlichen Ansatz für die Sektorenkopplung umgesetzt. Im IKB-Smart-City-Lab wurden Strom- und Wärmenetze durch ein Hybridnetz miteinander verbunden. Eine selbstentwickelte und selbstlernende Energiemanagement-Software kontrolliert und steuert dabei den Strom-Wärme-Haushalt. Die Teilprojekte beinhalten zudem die intelligente Nutzung der in einer Kläranlage anfallenden Energiepotenziale sowie die Nutzung der Abwärme eines Großtransformators zur Beheizung eines Bürogebäudes. In einer Power-to-Heat-Anlage wurde zudem Überschussstrom aus dem Stromnetz in Wärme umgewandelt. Mit dieser wird ein Hallenbad beheizt. Alle Teilprojekte sind auf andere Stadtwerke übertragbar, insbesondere das IKB-Smart-City-Lab.

ENERGIEWENDE

Einen ganzheitlichen Ansatz für die Biogasaufbereitung hat die Stadtentwässerung Köln AöR (StEB) am Großklärwerk (GKW) in Köln-Stammheim entwickelt. Das auf Erdgasqualität respektive zu Biomethan aufbereitete Faulgas wird dabei zum Eigenbedarf an anderen Standorten der StEB wieder entnommen. Es substituiert so das fossile Erdgas. Hierbei wird das Erdgasnetz als Langzeitspeicher genutzt. Gasüberschüsse können an Dritte abgegeben und so per Sektorenkopplung dem Kraftstoff- und Wärmemarkt zur Verfügung gestellt werden. Das dezentrale Energiekonzept der StEB geht Hand in Hand mit dem Ratsbeschluss der Stadt Köln zum Klimanotstand. Dieser sieht die klimaneutrale Energienutzung der städtischen Immobilien vor. Mit dem Biomethan der StEB kann der Erdgasbedarf der städtischen Gebäude zu zwölf Prozent gedeckt werden.

ENERGIEWENDE

Gemeisam mit den Münchner Bürgern und den Eigentümern von Dachflächen die regionale Energiewende in einer Großstadt gestalten – das ist das Ziel der »M-Solar-Sonnenbausteine« der Stadtwerke München. Das innovative Konzept ermöglicht die Nutzung von Solarenergie im urbanen Raum. Dabei sind ausdrücklich auch Menschen angesprochen, die keine Dachfläche für eine eigene PV-Anlage besitzen. Durch die Kombination der beiden Sonnenbausteine (Bürgerbeteiligung an einer konkreten PV-Anlage) und Sonnenstrom (regionaler Ökostrom aus Sonnenbausteinen) kann somit jeder zum Prosumer werden. Das Projekt stößt auf große Resonanz. Die ersten Sonnenbausteine im Volumen von 120 000 Euro waren in etwas mehr als zwei Tagen ausverkauft. Für künftige Projekte hat sich bereits eine große Zahl an Interessenten in einer unverbindlichen Warteliste eingetragen.

DIGITALISIERUNG

Mit einer smarten Mobilitätslösung samt Bestpreisabrechnung für den ÖPNV-Kunden punkten die Stadtwerke Osnabrück. Im Zentrum steht dabei ein sogenanntes Check-in/Be-out-System. Dieses digitale Mobilitätsportal dient als Zugangsplattform zu sämtlichen Mobilitätsangeboten des Kommunalversorgers. Kunden können sich bei der Nutzung des ÖPNV via App einchecken und werden nach der Nutzung automatisch ausgecheckt. Die Fahrtinformationen des Kunden werden über die Laufzeit von einer Woche gesammelt. Im Anschluss erfolgt eine Abrechnung, die automatisch den für den Kunden günstigsten Tarif berücksichtigt. Dabei werden sämtliche Ticketprodukte bis zum Wochenticket einbezogen. Der Kunde erwirbt so anstelle eines Ticketkaufs vor Fahrtantritt eine Fahrtberechtigung, die erst im Nachgang in ein preisoptimales Ticket umgewandelt wird.

Sektorenkopplung

Mit einem ganzheitlichen Konzept, das die Sektoren Strom, Wärme, Kälte und Mobilität verbindet, hat es die Wiener Energie GmbH in die Finalistenrunde geschafft. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Müllverbrennungsanlage des Unternehmens im Wiener Stadtteil Spittelau. Diese produziert jährlich etwa 500 GWh Wärme und 120 GWh Strom. Der Wirkungsgrad der Anlage beträgt derzeit 84 Prozent. Zu dieser hohen Effizienz trägt die Fernwärmezentrale in Spittelau bei, die zur Kälteversorgung die umweltfreundlich erzeugten Energieformen Wärme und Strom einsetzt. Die Gesamtenergieeffizienz der Anlage soll mithilfe weiterer Projekte in Zukunft auf annähernd 97 Prozent gesteigert werden. Dies wird unter anderem über die Umsetzung von Power-to-Heat-Projekten vorangetrieben. Dabei soll die Abwärme des Rauchgases nach der Rauchgaswäsche mittels Kondensation und der Nutzung von Großwärmepumpen- Technologie auf ein geeignetes Temperaturniveau gehoben und ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Ein E-Heizer wird dafür sorgen, dass aus dem Überschussstrom des Übertragungsnetzes bzw. des Standortes Fernwärme erzeugt wird..

SW Award:

Mit dem STADTWERKE AWARD „Das Stadtwerke der Zukunft“ werden Vorzeigeprojekte aus der Kommunalwirtschaft ausgezeichnet. Darunter fallen beispielsweise innovative neue Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Produkte, technische Neuerungen, interne Prozessoptimierungen, Kommunikations- und Marketingstrategien, aber auch wissenschaftliche Projekte. Eine hochkarätig besetzte Jury (siehe auch https://vku-akademie.de/jahrestagungen/stadtwerke-award) wählt aus den eingehenden Bewerbungen die Finalisten aus.

Der STADTWERKE AWARD wird verliehen durch: