Stadtwerke Award: ZfK-Leser küren den Sieger mit

Die Nominierten für den diesjährigen Stadtwerke-Award stehen fest. Qualifiziert haben sich die WSW Energie & Wasser, die Stadtwerke Solingen, die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, die Innsbrucker Kommunalbetriebe, die Stadtwerke Herne sowie Entega. Auch in diesem Jahr können die Leser der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ihre Stimme abgeben und über die diesjährigen Gewinner mitentscheiden. Die Online-Abstimmung ist ab Montag, 8. Juli, freigeschaltet, sie endet am 22. Juli um 16 Uhr.

Die Publikumsstimme geht dabei zu einem Drittel in die Wertung ein. Die restlichen zwei Drittel entfallen auf die Jury. Die Sieger des Wettbewerbs werden beim VKU-Stadtwerkekongress am 17. September in Kassel gekürt. Präsentiert wird der AWARD von Trianel, der VKU Akademie und der ZfK. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadtwerke-award.net Die Auszeichnung wird von der Stadtwerkekooperation Trianel, der VKU-Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) organisiert.          

Stadtwerke Award 2019

NEUE WEGE IN DER SEKTORKOPPLUNG

Wie man die Stadtwerke-Aufgaben Entsorgung, Energiegewinnung und öffentlicher Nahverkehr intelligent miteinander verknüpft, zeigt die WSW Energie & Wasser AG in einem innovativen Wasserstoff-Projekt. Das kommunale Unternehmen demonstriert dabei, dass Sektorkopplung auch in Regionen ohne Ausbaumöglichkeiten für erneuerbare Energien funktionieren kann. In Wuppertal werden dabei Abfälle als Basis für die Herstellung von Wasserstoff eingesetzt. Dieser wird dann in den Wuppertaler Brennstoffzellen-Bussen verwendet. Ziel ist es, die in der Müllverbrennungsanlage erzeugte Energie so werthaltig wie möglich einzusetzen. Darüber hinaus wird damit die Basis geschaffen, um an perspektivisch steigenden Volatilitäten im Großhandelsmarkt über Flexibilitätsoptionen zu partizipieren. Die WSW Energie & Wasser AG zeigt zudem, wie sich verschiedene Kompetenzen von Tochtergesellschaften verbinden lassen. Mit dem neuen Müllheizkraftwerk, das Fernwärme, Strom- und  Wasserstofferzeugung bündelt, punktet das Projekt auch technisch.

PRIVATKUNDEN-PRODUKT AUF DER BASIS VON LORAWAN

Mit dem Projekt HauswächterPlus erweitert das kommunale Unternehmen sein Versorgungs-Portfolio konsequent um digitale Infrastrukturen und attraktive Smart-Home-Lösungen. Dazu haben die Stadtwerke Solingen ein eigenes LoRaWan-Funknetz im Stadtgebiet aufgebaut. Auf der Basis dieser digitalen Infrastruktur wurde eine neue Serviceleistung für den Privatkunden entwickelt. Diesem werden verschiedene Sensoren zur Miete angeboten. Mittels einer App kann der Kunde seinen Haushalt einfach überwachen und auch steuern. Mit dem HauswächterPlus zeigen die Stadtwerke Solingen ein ausgereiftes Selbstverständnis als digitaler Versorger und Dienstleister. In einem nächsten Ausbauschritt wird das Produkt durch eine Verknüpfung von 80 intelligenten Straßenlaternen im Solinger Stadtgebiet erweitert. Über das LoRaWAN-Netz sollen künftig als Basis für Smart-City-Anwendungen zunehmend lokale Umweltdaten bereitgestellt werden, zum Beispiel die UV-, Stickoxid-, oder CO2-Belastung. Eine Online-Kundenumfrage belegt ein wachsendes Interesse an diesen Services.

GANZHEITLICHE INNOVATIONSSTRATEGIE

Als digitaler Partner der Stadt und der Kommune wollen sich die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) etablieren. Das kommunale Unternehmen beeindruckt dabei mit einer ganzheitlichen Innovationsstrategie. Ziel ist es, neue Lösungen und Dienstleistungen in die Fläche und damit in den ländlichen Raum zu bringen. Der strategische Ansatz zielt dabei nicht nur auf den Einsatz digitaler Techniken ab, sondern vor allem auf Kooperationen und  neue Services. Der Kundennutzen steht dabei im Fokus. Daraus sind bereits drei erfolgreiche Projekte entstanden. So wurde ein Carsharing für den ländlichen Raum aufgebaut und gleichzeitig die Elektro-Ladeinfrastruktur im Raum Ulm ausgeweitet. Elektro-Carsharing funktioniert hier auch als Türöffner für Elektromobilität. Mit einem LoRaWAN-Projekt werden das Internet of Things vorangetrieben und erste Bausteine für eine Smart City gelegt. Hierzu wurde ein eigenes Startup gemeinsam mit IT-Firmen gegründet. Mit dem Einsatz von Sprachassistenten für den öffentlichen Nahverkehr setzen die SWU zudem neue Impulse bei der Kundenorientierung.

SMART CITY LAB

Intelligente Sektorkopplung kann den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtsystem nicht nur vergrößern, sondern gleichzeitig einen Beitrag zur Systemstabilität im Stromsektor leisten. Das will die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) mit ihrem Smart City Lab aufzeigen. Das Projekt basiert auf einem ganzheitlichen Konzept. Hierzu wurde in den Betriebsgebäuden der IKB  eine Demonstrationsanlage errichtet. Gleichzeitig hat man ein Modell entwickelt, das auf der Basis Künstlicher Intelligenz und mit Hilfe von externen Daten wie Wetter- und Börsenpreisprognosen einen kostenoptimierten Anlagenfahrplan für die Zukunft erstellt. Um die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr miteinander zu verbinden, wurde ein kleines Nahwärmenetz gebaut, dass die IKB-Standorte elektrisch miteinander vernetzt. Gleichzeitig adressiert das Lab in einem Schauraum Themen wie Energieeffizienz und erneuerbare Energien, um den Umbau der Energiewirtschaft auch kommunikativ zu begleiten und ein Bewusstsein für Energiethemen zu schaffen.
 

KLIMAFREUNDLICHE KONZEPTE FÜR EINFAMILIENHÄUSER

Mit einem ausgereiften Quartierskonzept hat sich der Kommunalversorger aus dem Ruhrgebiet durchgesetzt. Im Herner Stadtteil Sodingen haben die Stadtwerke eine klimafreundliche und autofreie Neubausiedlung mit sieben freistehenden Einfamilienhäusern und einem innovativen Energiekonzept errichtet. Dabei treffen umweltfreundliche Energieerzeugungsanlagen auf innovative Batteriespeichersysteme. Durch Vergleich der unterschiedlichen Energiekonzepte soll dabei der effizienteste und nachhaltigste Ansatz ermittelt werden. Im Fokus des Projekts steht dabei eine Redox-Flow-Batterie, die einen besonders hohen Wirkungsgrad bietet. Mit dem Klimaviertel demonstrieren die Stadtwerke ihre Leistungsfähigkeit als Energiedienstleister. Die Vermarktung fertiger Energiekonzepte für Wohnbauprojekte ist der nächste Schritt in dieser Entwicklung. Das Unternehmen illustriert dabei seine Leistungsfähigkeit beim Aufbau regenerativer Energiekonzepte in Wohngebieten und erweitert sein Leistungsspektrum als nachhaltig ausgerichteter Versorger.

SMART REGION RHEIN-MAIN-NECKAR

Mit einem auf den ländlichen Raum übergreifenden Digitalisierungskonzept punktet der Darmstädter Kommunalversorger. Gemeinsam mit 50 Kommunen hat Entega die Smart-Region-Rhein-Main-Neckar ins Leben gerufen und koordiniert die Zusammenarbeit in den Einzelprojekten. In der Region werden Potenziale und Skaleneffekte gemeinsam identifiziert und digitale Infrastrukturen bis in den ländlichen Raum ausgebaut. Im Fokus steht dabei die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kommunen und deren Bürger, sodass hier größtmögliche Mehrwerte direkt vor Ort erzielt werden können. Auf der Basis der Infrastrukturen setzt Entega auf weitere gemeinsame Projekte, um die Lebensqualität der Menschen weiter zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise Solarstraßenbeleuchtungen, intelligente Heizthermostate, Elektromobiliät sowie der Aufbau eines LoRaWAN-Funknetzes. Das Projekt illustriert, dass Versorgungsunternehmen mit kommunaler Anteilsstruktur die zunehmende Spaltung zwischen Großstadt und ländlichem Umfeld maßgeblich beeinflussen können.

SW Award:

Mit dem STADTWERKE AWARD „Das Stadtwerke der Zukunft“ werden Vorzeigeprojekte aus der Kommunalwirtschaft ausgezeichnet. Darunter fallen beispielsweise innovative neue Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Produkte, technische Neuerungen, interne Prozessoptimierungen, Kommunikations- und Marketingstrategien, aber auch wissenschaftliche Projekte. Eine hochkarätig besetzte Jury (siehe auch https://vku-akademie.de/jahrestagungen/stadtwerke-award) wählt aus den eingehenden Bewerbungen die Finalisten aus.

Der STADTWERKE AWARD wird verliehen durch: