Stadtwerke Award: ZfK-Leser küren den Sieger mit

Die Nominierten für den diesjährigen Stadtwerke-Award stehen fest. Qualifiziert haben sich die Energieversorgung Halle, die Stadtwerke Trier, die Stadtwerke Lübeck, die Wuppertaler Stadtwerke, das  Stadtwerk am See sowie die Thüga . Auch in diesem Jahr können die Leser der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ihre Stimme abgeben und über die diesjährigen Gewinner mitentscheiden. Die Online-Abstimmung ist ab Montag, 9. Juli, freigeschaltet, sie endet am 23. Juli um 18 Uhr.

Das Votum der Leser hat in diesem Jahr ein noch größeres Gewicht. Wer letztlich zu den Preisträgern gehört, hängt zu einem Drittel von ihrer Einschätzung ab, die restlichen zwei Drittel entfallen auf die Jury. Die Preisverleihung findet im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses am 18. bis 19. September  in Köln statt. Die Auszeichnung wird von der Stadtwerkekooperation Trianel, der VKU-Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) organisiert.          

Stadtwerke-Award 2018

DIGITALISIERUNG DES KUNDENSERVICE

Stadtwerke Lübeck Im Rahmen des Projekts »OutSteP« haben die Stadtwerke Lübeck eine zentrale Plattform entwickelt, über die Kundenanliegen gesteuert, gezählt und gemessen werden – und dies unabhängig von ihrem Eingangskanal. Dies wird durch eine bedarfsgerechte Personaleinsatzplanung flankiert. Durch diese Maßnahmen konnten die Servicequalität, die Kundenzufriedenheit und die Produktivität nachhaltig gesteigert und die Kosten gesenkt werden. Zur weiteren Optimierung der Kundenorientierung wird regelmäßig ein Kundenfeedback durch Call-recording und automatisierte Kundenzufriedenheitsbefragungen eingeholt. Alle Vorgänge werden in einem Push-Verfahren dem Mitarbeiter direkt auf dem Bildschirm zur Verfügung gestellt. Die effiziente Arbeitssteuerung und die deutlich gestiegene Transparenz hat auch die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert. Mit dieser Lösung zählt sich das Unternehmen zu den  First Movern. Mehrere Stadtwerke wollen diese Lösung umsetzen. Das Konzept stößt auch in anderen Branchen auf Interesse, unter anderem bei Krankenkassen.

EIN BÜNDNIS ALLER GROSSEN ENERGIEABNEHMER

Energieversorgung Halle Die Nachhaltigkeit und die Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung langfristig sichern – das ist das Ziel der Energie-Initiative Halle. Dank dieses Bündnisses sämtlicher großer Energieabnehmer vor Ort und einem intensiv wissenschaftlich begleiteten Dialog kann die Energieversorgung Halle die Fernwärmeinfrastruktur in einem ganzheitlichen Projekt zukunftsfähig ausbauen und den Absatz sichern. Grundlage ist ein Energiepakt zwischen Wohnungswirtschaft, Industrie, Wissenschaft, Institutionen, Verwaltung und den Stadtwerken. Das Zusammenwirken zwischen Erzeuger und Verbrauchern wurde über klare Nutzerargumente neu definiert. Neben der Modernisierung von Haupttrassen und dem Leitungsnetz werden weitere städtische Areale mit Fernwärme erschlossen, die vorhandenen Kraftwerke bis 2021 modernisiert. Ein Energiespeicher wird die Erzeugung optimieren und erneuerbare Energien in wachsendem Maße integrieren. Das Bündnis zeigt, dass sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele im Sinne der Energiewende im Interesse der Verbraucher verbinden lassen.

MIT ALGORITHMEN ZU LADESÄULEN-STANDORTEN

Thüga Um die Verbreitung von E-Fahrzeugen zu steigern, müssen öffentliche Ladesäulen dort platziert werden, wo sie für Autofahrer attraktiv sind und genutzt werden. Um geografische Nutzungsmuster für Ladeinfrastruktur zu erkennen, hat die Stadtwerkegruppe Thüga mit dem Kooperationspartner Geospin GmbH ein digitales Prognosemodell entwickelt. Hierzu wurde ein selbst lernender Algorithmus entwickelt, der potenziell interessante, das heißt gut ausgelastete Standorte für öffentliche Ladeinfrastruktur identifiziert. Dieser ist sowohl in Regionen mit bestehender, als auch in Gebieten ohne Ladeinfrastruktur einsetzbar. Durch die nutzungsbasierte Analyse können Ladesäulen kundenzentriert ausgerichtet und eine möglichst hohe Auslastung erreicht werden. Durch die Anwendung des Algorithmus wurde der bisher größtenteils manuelle Prozess zur Standortsuche für Ladesäulen digitalisiert. Dadurch konnten etwa 700 verschiedene Einflussfaktoren objektiv und automatisiert ausgewertet werden. Das macht dieses Angebot laut Thüga einzigartig auf dem Markt.

BLOCKCHAIN-MARKT FÜR ÖKOSTROM

Wuppertaler Stadtwerke Die nachhaltige Verknüpfung von regionaler Stärke und digitaler Kompetenz ist ein zentrales strategisches Ziel der Stadtwerke Wuppertal. Hier setzt das Modell »TalMarkt – Der Blockchain-Markt für den Ökostrom« an. Vertrieb, Bilanzkreismanagement, Direktvermarktung und wettbewerblicher Messstellenbetrieb werden digital verknüpft und kreieren gemeinsam eine neue Plattform. Der Verbraucher kann sowohl die Art, als auch den Anbieter bestimmen, von dem er seinen Strom beziehen möchte. Er wählt  aus einem regionalen Grünstromangebot seinen individuellen Strommix selbst aus. Es wird erwartet, dass die Plattform insbesondere für Erneuerbare Energieanlagen, die absehbar aus der EE-Förderung fallen, aber noch einspeisen können, interessant wird. Die vollständige Digitalisierung der Prozesse und die Verwendung der Blockchaintechnologie als Zertifizierungstool macht die Plattform auf Sicht auch bei kleineren Umsatzmengen wirtschaftlich. Das Produkt ist beliebig skalierbar und kann auch als White-Label-Produkt von anderen Anbietern genutzt werden.

NACHHALTIGES GEWERBEGEBIET

Stadtwerke Trier Eine Quartierslösung und Sektorkopplung stehen im Mittelpunkt des Projekts »Energie und Technikpark (ETP) – Gemeinsam Mehrwert entwickeln« der Stadtwerke Trier. Der gemeinsame Betriebshof von Stadt und Stadtwerken wird zu einem nachhaltigen, zertifizierten Gewerbegebiet weiterentwickelt. Die Energieversorgung erfolgt über die im benachbarten kommunalen Klärwerk erzeugte Energie.  Diese wird durch PV-Dachanlagen auf den Hallen des Energie- und Technikparks ergänzt. Dieser Ansatz ist laut den Stadtwerken einzigartig. Ziel ist es, den gesamten Standort zu jeder Zeit CO2-neutral mit Energie zu versorgen. Ein CO2-neutrales Rechenzentrum bildet das Rückgrat für die digitale Vernetzung der unterschiedlichen Aufgaben. Durch den Einsatz eines neuronalen Netzes sollen auch die Flexibilitätspotenziale der Elektromobilität genutzt werden. Das Industriekonversionsprojekt zielt auf eine innovative, nachhaltige Stadtteilentwicklung, die Kosten- und Leistungsstrukturen verbessert. Das neue Gewerbequartier leistet auch einen Beitrag für den Aufbau neuer Arbeitsplätze.

GANZHEITLICHE E-MOBILITÄTS-LÖSUNGEN

Stadtwerk am See Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz können sich kommunale Unternehmen aus der Masse der Elektromobilitätsanbieter abheben. Die Stadtwerke am See setzen deshalb seit Jahren sowohl auf Beratung, Planung, Umsetzung, Vertrieb und Betrieb von Elektromobilität. Vor allem kleinere kommunale Unternehmen sollen in dem Geschäftsfeld und bei der Implementierung zukunftsfähiger Lösungen unterstützt werden. Der Kommunalversorger betreibt über 100 Ladepunkte in der Region Bodensee-Oberschwaben, im laufenden Jahr kommen weitere 80 hinzu. Auch bei der Einbindung von Carsharing-Lösungen hat das Unternehmen Expertise erworben. So verbindet das Carsharing-Projekt »CampusMobil« die Hochschulstandorte im Netzgebiet mit der Innenstadt. Mit über 800 monatlichen Buchungen flankiert dieses Angebot erfolgreich den ÖPNV. Zusätzlich arbeiten die Stadtwerke an einem Forschungsprojekt, bei dem eine PV-Anlage mit einer Ladesäule und einem Speicher kombiniert werden. Ziel ist es, mit Hilfe der E-Mobilität eine bessere Systemintegration zu erreichen.

SW Award:

Mit dem STADTWERKE AWARD „Das Stadtwerke der Zukunft“ werden Vorzeigeprojekte aus der Kommunalwirtschaft ausgezeichnet. Darunter fallen beispielsweise innovative neue Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Produkte, technische Neuerungen, interne Prozessoptimierungen, Kommunikations- und Marketingstrategien, aber auch wissenschaftliche Projekte. Eine hochkarätig besetzte Jury (siehe auch https://vku-akademie.de/jahrestagungen/stadtwerke-award) wählt aus den eingehenden Bewerbungen die Finalisten aus.

Der STADTWERKE AWARD wird verliehen durch: