Die Datenbanken wecken die Befürchtungen von Verbraucherschützern, dass Kunden künftig diskriminiert werden könnten.

Die Datenbanken wecken die Befürchtungen von Verbraucherschützern, dass Kunden künftig diskriminiert werden könnten.

Bild: © Eisenhans/AdobeStock

Die digitalen Bauleitpläne wurden mit dem bestehenden Geodatenportal des Ostalbkreises verknüpft, mit der sogenannten Ostalbmap. "Jetzt kann jeder online einsehen, welche Grundstücke bebaut werden dürfen und in welcher Form", erklärt Patrick Weber, Teamleiter IT und Geo-Informationsdienste, bei der EnBW ODR.Bild: © EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG 

Es geht vor allem um eine Entlastung der Kommunen und Gemeinden: Ab sofort sind die Bebauungspläne des Ostalbkreises im Geodatenportal unter www.ostalbmap.de digital abrufbar. Für die Realisierung hatte der Landkreis mit der EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG (EnBW ODR) kooperiert. Rund 2.500 Bebauungspläne haben der Energie- und Infrastrukturdienstleister und der Ostalbkreis in den vergangenen Monaten dafür digitalisiert.

Hintergrund ist die EU-Richtlinie „INSPIRE“ (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe). Sie verpflichtet Städte und Gemeinden seit diesem Jahr, ihre vorhandenen Geodaten in einem einheitlichen digitalen Format europaweit zugänglich zu machen.

"Digitalisierung von Geodaten ist ein Kraftakt"

So können diese einfacher und grenzübergreifend in Europa genutzt werden, insbesondere um gemeinschaftliche umweltpolitische Entscheidungen zu unterstützen. „Die Digitalisierung von Geodaten ist ein Kraftakt, den Gemeinden ohne vorhandene Technik und Personal in der geforderten Zeit nicht alleine stemmen können“, sagt Claudia Vogel, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Geoinformation und Landentwicklung des Ostalbkreises.

Patrick Weber, Teamleiter IT und Geo-Informationsdienste bei der EnBW ODR, ergänzt: „Im Schulterschluss mit dem Ostalbkreis haben wir einen schlagkräftigen Prozess aufgesetzt, bei dem jeder das tat, was er am besten kann – Landkreis und Gemeinden haben die Daten gesammelt, wir haben anschließend digitalisiert.“

Digitale Auskunft für Bauherren

Die Inspire-Richtlinie zielt vor allem darauf ab, dass Spezialisten EU-weit auf die digitalen Geodaten zugreifen können. „Wir wollten einen Schritt weiter gehen und haben ein Endprodukt entwickelt, das für eine breite Masse nützlich ist“, erklärt Patrick Weber.

Daher hat die EnBW ODR die digitalen Bauleitpläne mit der bereits bestehenden Ostalbmap verknüpft. Jetzt kann jeder online einsehen, welche Grundstücke bebaut werden dürfen und in welcher Form. „Bauherren, Investoren und Architekten können mit wenigen Klicks alle planerischen Informationen wie Maße und Arten der baulichen Nutzung digital abfragen“, informiert der Teamleiter, „das ermöglicht Planungssicherheit bei Investitionsentscheidungen.“

E-Government schreitet voran

Die digitale Bereitstellung von Bauleitplänen ist nur eine von vielen Möglichkeiten, den Datenaustausch zwischen Kommunen, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu erleichtern. Bereits im vergangenen Jahr hat die EnBW ODR ein COVID-19-Dashboard auf die Beine gestellt, über das Bürgerinnen und Bürger laut Pressemitteilung aktuell und transparent mit den wichtigsten Daten rund um den Pandemieverlauf vor Ort informiert werden. (hoe)

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