30 KI-Pioniere treiben unter dem Motto Energaize die Künstliche Intelligenz bei den Pfalzwerken voran.

30 KI-Pioniere treiben unter dem Motto Energaize die Künstliche Intelligenz bei den Pfalzwerken voran.

Bild: © Pfalzwerke

„KI ist kein einmaliges Thema, wir werden uns dauerhaft damit beschäftigen“, prophezeit Paul Anfang, Vorstandsmitglied bei den Pfalzwerken. Der kommunale Flächenversorger hat früh die wichtige Bedeutung von künstlicher Intelligenz erkannt und treibt das Thema mit seinen KI-Pionieren im Unternehmen voran. Denn, das wurde schnell klar: KI wird das Unternehmen verändern.

Betroffen sind alle Unternehmensbereiche. Es galt und gilt daher, alle wichtigen Aufgabenfelder, die sich für KI eignen, aufzuspüren. Diese Aufgabe erledigen zum Beispiel die KI-Pioniere. Sie kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen und hören in die Belegschaft hinein, um geeignete Themen zu identifizieren. Inzwischen haben die Pfalzwerke über 30 solcher KI-Pioniere.

KI-Wochen bei den Pfalzwerken

Damit nicht genug: Damit auch alle anderen Mitarbeitenden an dem wichtigen Zukunftsthema teilnehmen können, haben die Pfalzwerke Ende des Jahres 2023 eine KI-Woche ins Leben zu rufen. Rund eine Woche nahm die Belegschaft – vom Azubi bis zum Vorstandsmitglied – vor Ort oder digital an unterschiedlichen Formaten teil. Begonnen hat die Veranstaltung mit den Basics und zwar mit der Frage, was künstliche Intelligenz überhaupt ist, wie sie funktioniert und welche Chancen in ihr stecken.

Am nächsten Tag stellten externe Microsoft-Experten den Mitarbeitenden die Potenziale von Copilot, einem Assistenzprogramm basierend auf KI, im täglichen Doing mit Word, Powerpoint, Teams, Excel und Outlook vor.

KI in der Praxis

Behandelt wurde auch, in welchen Bereichen die Pfalzwerke schon auf KI setzen. Und das sind nicht wenige. Dazu zählen etwa die automatisierte Zählerstands-Plausibilisierung, ebenso wie Kundenanalysen, um frühzeitig herauszufinden, wann ein Kunde abspringen will. Auch Websites und Werbemittel lassen sich dadurch verbessern.

Im Bereich Technik unterstützt KI den Versorger bei Engpassprognosen und Störungsanalysen, um einen noch besseren und vorausschauenden Netzbetrieb zu gewährleisten. In der Elektromobilität hilft KI, die besten Standorte ausfindig zu machen. Für die Pfalzwerke, die bundesweit unter den Top 8 an Betreibern für Schnellladeinfrastruktur liegen, kein unerheblicher Faktor. Beim Handel unterstützen Robo-Adivser, die das Börsengeschäft per Algorithmus abwickeln. „Mit KI wird das deutlich einfacher und zwar nicht nur schneller, sondern auch die Qualität ist in diesem Feld oftmals besser als der Mensch“, sagt Alexander Häge, zuständig für Strategie und Geschäftsfeldentwicklung bei den Pfalzwerken.

Keine Bange vor KI

Dass Menschen durch intelligente Algorithmen ersetzt und überflüssig werden, glaubt Häge nicht. Nicht umsonst haben in der KI-Woche Management und Mitarbeiter gemeinsam diskutiert. „Wir wollen für die Kollegen Freiraum für wichtige Themen und Tätigkeiten fernab der Routine, die oftmals nicht gern erledigt werden, schaffen“, so Häge. „KI ist nicht dazu da, Arbeitsplätze zu reduzieren, das haben wir auch so klar gemacht. Das ist eher eine Chance als ein Risiko“. Daher sei es auch so wichtig gewesen, alle Mitarbeitenden im Zuge der Themenwoche zu informieren, damit alle wissen, was KI für das Unternehmen und für sie bedeutet.

Start-up-Pitch und KI-Award

„Die Woche war sehr erfolgreich, wir haben viel Neues gelernt und unsere Mitarbeiter waren voll dabei“, fasst Paul Anfang zusammen. Die Diskussionen seien ausnahmslos positiv abgelaufen und eine deutliche Aufbruchstimmung war zu spüren. „Alle, die jetzt ins Unternehmen kommen, werden mit künstlicher Intelligenz groß werden“. Als besonderes Event fand am Ende der KI-Woche außerdem ein Start-up-Pitch statt, in dem sechs Jungunternehmen ihre Innovationen präsentierten. Für den Sieger gab es 50.000 Euro.

Gemeinsam mit ihm arbeiten die Pfalzwerke im Bereich Elektromobilität zukünftig an einer Software mit KI-Integration zur Tourenplanung im Schwerlast- und Lieferverkehr. Die Software berücksichtigt die am Ladestandort verfügbare Netzanschlusskapazität und regelt die Ladeleistung an den Ladesäulen. Am letzten Tag wurde ein interner KI-Award verliehen für das beste KI-Projekt im Unternehmen. Gewonnen hat die KI-gestützte Netzengpassprognose und Störungsanalyse. Als Siegprämie gab es den KI-Award und eine Einladung des gesamten Projektteams zur „Rise of AI Conference“ in Berlin.

Datenschutz und Datensicherheit

Aktuell arbeiten die Pfalzwerke daran, eine smarte Plattform aufzubauen, in der alle unternehmenseigenen Daten zusammengeführt und neu miteinander kombiniert werden können. Dazu muss allerdings erst einmal eine gute Datenqualität und Einheitlichkeit der Informationen erreicht werden. Auch externe Daten sollen dort hineinfließen und Potenzial für neue Anwendungsfälle zum Beispiel im Bereich Smart City bieten. Schließlich sind Kommunen und Stadtwerke wichtige Kunden der Pfalzwerke.

Was natürlich immer sichergestellt sein muss, ist Datenschutz und Datensicherheit. „Hier ist es wichtig, von Anfang an den Datenschutz mitzudenken“, sagt Häge. Denn kommen Kundendaten ins Spiel, müsse man „höllisch aufpassen“, dass man die Datenschutzbestimmungen einhält. Daher ist auch stets der Datenschutzbeauftragte in die Weiterentwicklungen einbezogen.

Sonderstellung KI-Pionier

Die KI-Pioniere sollen sich übrigens einen Tag proWoche in ihrer Arbeitszeit nur mit KI beschäftigen. „Die Führungskräfte waren davon anfangs nicht so begeistert, inzwischen stehen sie voll dahinter, weil es sich für das Unternehmen lohnt“, so Häge. Für Vorstand Paul Anfang ist klar, dies wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. Wir arbeiten aktiv mit unserem KI-Pioniernetzwerk an konkreten Projekten und sind dadurch im direkten Austausch mit den Fachbereichen. Dadurch stärken wir das Miteinander, das Verständnis zu KI bei den Kolleginnen und Kollegen sowie die Aufnahme von Wünschen und Anregungen aus den Fachbereichen. (sg)

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