© Gabi Schoenemann

Die Energieversorger bzw. Netzbetreiber EWE Netz, Netzgesellschaft Düsseldorf, Rheinenergie (über das Tochterunternehmen NetAachen), TEAG Thüringer Energie, WEMAG und Westfalen WeserNetz investieren in neue 450 MHz-Funknetze. Diese sollen vor allem zur Steuerung der Stromnetze, zur Anbindung von Smart-Meter-Gateways und zur Notfallkommunikation eingesetzt werden. Das Besondere: Anders als herkömmliche Telekommunikationsnetze funktionieren diese Funknetze mit einer sehr hohen örtlichen und zeitlichen Verfügbarkeit. So kann die Stromversorgung sicher gesteuert und auch im Notfall schnell wiederhergestellt werden.

Vor allem die dezentrale und unregelmäßige Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie erfordert ein flexibles Erzeugungs- und Lastmanagement, um die Netze dauerhaft stabil zu halten. Für Stefan Reindl, Sprecher des Vorstands der TEAG ist eine schnelle und sicherere Kommunikation daher grundlegend. Ähnlich sieht das Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE Netz, denn die intelligente Vernetzung von Verbrauchern, Erzeugern, Speichern und Netzen könne nur gelingen, wenn „verbaute Anlagen wie Smart Meter Gateways zuverlässig erreicht werden“. Für Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU, ist die Kommunikation über ein Funknetz an dieser Stelle „besonders gut geeignet“. Schließlich sei die Abdeckung mit öffentlichen Mobilfunknetzen in Kellern oft nicht ausreichend. 450 Mhz würden jedoch die Durchdringung des Mauerwerks schaffen und die zuverlässige Übermittlung der Messdaten garantieren.

Niederländischer Stromversorger macht es vor

Die „wichtigste Eigenschaft“ sieht Thomas Murche, Technischer Vorstand der Wemag jedoch in der sogenannten „Schwarzfallfähigkeit“: „Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen ohne Strom nach wenigen Stunden aus. Unsere Lösung ist mehrfach abgesichert und funktioniert hundertprozentig. Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, können wir die Stromnetze schnell wieder hochfahren.“

Aufbau und Betrieb der 450 MHz-Funknetze erfolgen gemeinsam mit 450connect, einem Tochterunternehmen des niederländischen Stromversorgers Alliander. „Wir konnten ein solches Netz bereits erfolgreich in den Niederlanden umsetzen“, erkärt Frank Zeeb, Vorsitzender des Vorstands der Alliander. Inzwischen seien fast eine Mio. Nutzer angeschlossen. (ls)

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