Um im Energiesystem der Zukunft viele Erzeuger, unterschiedlichste Energiequellen sowie Millionen Verbraucher miteinander zu verbinden, brauchen diese Komponenten eine unverwechselbare Identität.
Erst so lassen sich verlässlich Liefer- und Vertragsbeziehungen eingehen.

Um im Energiesystem der Zukunft viele Erzeuger, unterschiedlichste Energiequellen sowie Millionen Verbraucher miteinander zu verbinden, brauchen diese Komponenten eine unverwechselbare Identität. Erst so lassen sich verlässlich Liefer- und Vertragsbeziehungen eingehen.

Bild: © ipopba/AdobeStock

Gemeinsam mit acht weiteren Partnern will TransnetBW mit dem Projekt Banula an jeder Ladesäule ein kundenorientiertes und netzverträgliches Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen. Mithilfe der Blockchain-Technologie setzen die Projektbeteiligten ein virtuelles Bilanzierungsgebiet um.

Das soll einen sicheren, manipulationsresistenten und zuverlässigen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten im Ökosystem Elektromobilität ermöglichen.
 

Einfachereres Laden an öffentlichen Ladepunkten

Als Initiatorin des Projekts verantwortet TransnetBW die Entwicklung des neuen Bilanzierungskonzepts für Elektromobilität. E-Mobilisten können damit an jedem öffentlichen Ladepunkt wie zu Hause mit dem eigenen Fahrstromvertrag laden.

Diese Bilanzierungsform soll die Abwicklung der erbrachten Flexibilität erleichtern. Das ermöglicht demnach Endkunden Systemdienstleitungen bereitzustellen und am Energiemarkt teilzunehmen. Die erbrachte Flexibilität wird dabei automatisch nachgewiesen.

Dafür arbeitet die Übertragungsnetzbetreiberin mit OLI Systems zusammen. Das Unternehmen entwickelt Blockchain-basierte Anwendungen für die Energiewirtschaft im Umfeld der Elektromobilität (OLI Move).

Automatischer Nachweis über erbrachte Flexibilität

Im Rahmen von Banula erarbeiten die beiden in Stuttgart ansässigen Unternehmen zunächst die Anwendungsfälle des automatischen Nachweises über erbrachte Flexibilität.

In einem zweiten Schritt entwickeln sie die konzeptionelle und prozessuale Umsetzung, unter anderem mittels selbstsouveräner Identitäten. Dieser Ansatz soll eine dezentral verwaltete Datenhaltung für Identitäten ermöglichen. So erhält zum Beispiel ein Elektrofahrzeug eine solche digitale Identität, in der spezifische Eigenschaften hinterlegt sind. Das Elektrofahrzeug kann die gespeicherten Informationen anderen Identitäten – etwa einem Ladepunkt – zu Verfügung stellen und mit diesen Informationen austauschen.

Da die Informationen digitalisiert sind, erlaubt dies einen automatisierten Datenaustauschprozess. Zuletzt realisieren die beiden Unternehmen dieses Modell prototypisch in einem Reallabor am TransnetBW-Standort Wendlingen. So wird der Nachweis über erbrachte Flexibilität von Vehicle-to-Grid-fähigen Fahrzeugen live demonstriert.

Mehrwerte für jede Marktrolle

Das Projekt will die aktuellen Herausforderungen aus Sicht der Netzbetreiber und Ladeinfrastruktur-Nutzer adressieren. So schafft es laut Transnet BW einen Mehrwert für jede Marktrolle und damit jeden Teilnehmer im Ökosystem E-Mobilität. Im Projekt soll die Idee eines virtuellen Bilanzierungsgebietes auf der Basis der Blockchain-Technologie umgesetzt werden.

Dadurch erreiche Banula einen quasi-Echtzeit-Datenaustausch zwischen Netz und Markt. Das ermöglicht unter anderem die sachgerechte Bilanzierung und eine netzknotenscharfe Lastfluss-bestimmung. Für den Nachweis der Funktionalität ist ein zwölf-monatiger Pilotbetrieb mit einer großen Testflotte aus E-Fahrzeugen geplant. (sg)

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