Herr Weber, Sie waren viele Jahre Geschäftsführer von Eon Metering. Wie beeinflussen Sie die dort gemachten Erfahrungen in Ihrer Arbeit bei den "Heidjers Stadtwerken" in der Lüneburger Heide?
Die Arbeit bei der Eon Metering hat mir gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung der Prozesse bei Energieversorgern ist, wie viele Baustellen es dabei noch gibt und dass die Digitalisierung nicht aus den Sensoren, den Smart Metern besteht, sondern viel umfassender Ist. Die Wege hier in Schneverdingen sind natürlich bedeutend kürzer, mitunter auch hemdsärmeliger, man kommt aber deutlich schneller zu Ergebnissen. Das macht Freude – auch, weil ein sehr agiler Aufsichtsrat die Arbeit unterstützt.
Was haben Sie in Schneverdingen und Neuenkirchen in Ihrem ersten Quartal geändert? Wie hat Ihr neues Stadtwerk Sie geändert?
Wir haben begonnen, in die Digitalisierung einzusteigen, indem wir das digitale Stadtwerk vom Fundament aus aufbauen. Erster Schritt wird die Neuaufstellung der IT-Infrastruktur vom Server in zertifiziert gesicherter Umgebung über die Inhouse-Glasfaserverkabelung bis zum Client sein. Darauf folgt die Glasfaserversorgung unseres Netzgebietes, der erste Kunde wurde gerade beleuchtet. Im nächsten Schritt werden die Prozesse, die in der IT liegen, angegangen, die nach wie vor Medienbrüche haben, die die Durchsatzgeschwindigkeit senken, die Mitarbeiter frustrieren und Fehlerquellen darstellen. Glücklicherweise sind die "Heidjers Stadtwerke" kein schwerfälliger Konzern, und wir haben bei den jungen wie auch bei den älteren Mitarbeitern hochmotivierte und intelligente Mitstreiter. Deshalb glaube ich, dass wir diesen Shift in den kommenden drei Jahren gut hinbekommen werden.
Geändert hat sich hier meine Einstellung zu Smart Metern. Sie werden erst gegen Ende der Digitalisierung relevant, denn sie muss von innen, also den Kernprozessen, nach außen getragen werden und nicht mit einem Sensor beginnen. Erst also, wenn wir die Prozesse digitalisiert haben, kümmern wir uns um die Smart Meter.
Beherrschen wir die Prozesse, dann ist es übrigens aus meiner Sicht auch nicht ganz so wichtig, welchen aktuellen Typ von Smart Meter wir an dem einen Ende der Kommunikationskette haben.
Sie kommen aus Usedom. Dienstlich werden Sie selten auf Inseln kommen. Wie steht es privat? Tut es auch die Nordsee?
Als Segler gefällt mir jedes Wasser, auch wenn es (bei Ebbe) zurückweicht... In der Heide übe ich mich jetzt dagegen im Frühschwimmen in unserem frisch renovierten "Heidjers Wohl".
Die Fragen stellte Georg Eble



