Im Jahr 2018 wurden fast 3 GW an Photovoltaikanlagen neu installiert.

Im Jahr 2018 wurden fast 3 GW an Photovoltaikanlagen neu installiert.

Bild: © OFC Pictures/AdobeStock

Mit CLS ON haben EWE Netz, RheinEnergie, Westfalen Weser Netz und Gwadriga ein Umsetzungs- und Betriebsmodell für das Schalten und Steuern in der Niederspannung entwickelt, das eine Brücke zwischen dem Netz- und dem Messstellenbetrieb schlägt. Nachdem BTC jetzt im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für die Umsetzung der dazugehörigen IT-Architektur erhalten hat und der Nürnberger Energieversorger N-Ergie als weiterer Projektpartner eingestiegen ist, nimmt die Umsetzung von CLS ON an Fahrt auf.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Steuerboxen in der WIRK-PKI im „Manufakturbetrieb“ mit teilweise automatisierten Prozessen in Betrieb gehen. Damit kann dann die derzeitige „Lücke“ zwischen der Leitstelle für die Mittelspannung und den Einheiten für das Schalten und Steuern flexibler Erzeuger und Verbraucher in der Niederspannung auf Basis der Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur geschlossen werden, heißt es dazu.

Das Modell im Detail

Im Jahr 2024 soll die Gesamtlösung für weitere Verteilnetz- und Messtellenbetreiber zur Verfügung stehen, inklusive der automatisierten Abwicklung von CLS-Standardprozessen, Komponenten der Niederspannungsnetzführung sowie von dynamischen Tarifen.

Die CLS ON-Architektur umfasst zwei Komponenten: CLS Bridge und CLS System. Die CLS Bridge stellt die Verbindung zwischen der Mittelspannungs-Netzleitstelle und den Steuereinheiten in der Niederspannung her. Schaltanforderungen an einzelne Niederspannungsbereiche oder Gruppen von Niederspannungsanlagen – beispielsweise alle PV-Anlagen in einem Netzbereich – werden in der Bridge in Einzelschaltanforderungen aufgelöst.

Auf diesem Weg können dann Einzelanlagen, also auch die zuvor genannten einzelnen PV-Anlagen, angesteuert werden. Perspektivisch wolle man die CLS Bridge darüber hinaus an datenliefernde Systeme des Netzbetreibers wie etwa Netztopologie-Systeme anschließen und dem Netzbetreiber eine detaillierte Sicht auf alle wesentlichen Netzzustandsdaten der Niederspannung bereitstellen.

Welche Funktionen erfüllt werden

Mit dem CLS-System stellt CLS ON zudem eine Komponente bereit, die automatisierbare Betriebsaufgaben zur Verwaltung von Steuerboxen, Durchleitung von Schaltanfragen oder Entgegennahme von Netzzustandsdaten ausführt. Neben der zuvor genannten direkten Kopplung an Netzleitsysteme sei natürlich auch der Weg über den Universalbestellprozess vorgesehen, heißt es weiter.

 Die CLS ON-Plattform, die von Gwadriga im Full-Service als Prozessdienstleistung erbracht wird, erspare so die Implementierung einer Niederspannungsnetzleitstelle und erlaubt es Netzbetreibern sofort und kostengünstig die Anforderungen zum Steuern in der Niederspannung umzusetzen. (sg)

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