Der Wiesbadener Kommunalversorger ESWE hat am Montag mit dem Vertrieb eines Sets aus Hardware und Dienstleistungen begonnen, mit denen Privatkunden ihren alleinstehenden gebrechlichen oder behinderten Angehörigen ein sicheres Weiterleben in den eigenen vier Wänden ermöglichen können. Damit will man bundesweit das erste Unternehmen überhaupt sein, das "Ambient Assisted Living", kurz AAL, anbietet, einen Teilbereich von Smart Home. Dies geht aus einer Pressemitteilung der ESWE vom Montag hervor. Die hessische Thüga-Beteiligung werde so "vom Versorger zum Fürsorger", so die Eigenwerbung.
Die Dienstleistung heißt "ESWE Familien Assist". Sie hat drei Dienstleistungstiefen: Ab knapp 60 Euro monatlich ist das Basispaket zu haben. Es enthält:
- die Miete für eine Datensammelschiene mit GSM-Mobilfunkkarte,
- Tür- und Fenstersensoren,
- eine mobile Überwachungs-App, die nach einem Ampelsystem über die gemessenen Aktivitäten des Alleinstehenden informiert,
- die individuelle Konfiguration des Systems,
- die Installation in der Wohnung des Alleinstehenden sowie Service dort,
- die Einweisung der Angehörigen,
- Nachbeobachtungen und eine
- Support-Hotline.
- Ab fast 70 Euro pro Monat ist zusätzlich ein Hausnotruf zu haben. Dann wird eine zertifizierte Notrufzentrale aufgeschaltet.
- Haustierfilter
- Herdabschaltung aus der Ferne
- Mit nochmal zehn Euro mehr übernehmen Pflegedienste, mit denen ESWE zusammenarbeitet, die 24/7-Überwachung und übernehmen auch Betreuungsleistungen, wenn die Angehörigen etwa weit weg im Urlaub sind. In der hessischen Landeshauptstadt etwa ist der Kooperationspartner die Mobile Krankenpflege Jörg Schomaker.
Abgleich mit dem sonstigen Alltag
Die Wohnung des Betreuten braucht also weder einen Telefonanschluss noch einen Router. Die Pflegekassen leisten zu den Kosten Zuschüsse. Die Dienstleistung ist monatlich kündbar und hat keine Mindestlaufzeit.
Der Unterschied zum klassischen Hausnotruf besteht darin, dass es schon zu einem Alarm über die App kommt, wenn der Betreute von seinen Tagesgewohnheiten abweicht. Etwa, wenn er sich immer noch nicht in der Wohnung umherbewegt hat, obwohl er normalerweise um 7 Uhr morgens herum aufsteht. Ein Hausnotruf dagegen muss betätigt werden.
Regionaler Radius
Bei einer solch aufwendigen Produktentwicklung – Projektleiterin ist Stefanie Medvesek, Abteilungsleiter Wei-Hsin Chang – stellt sich die Frage nach dem Vertriebsgebiet. Nein, ein bundesweiter Auftritt sei nicht geplant, heißt es von den ESWE. Man vertreibe "Familien Assist" im Umkreis von 25 Kilometern. (geo)



