Sechs kommunale Unternehmen haben jetzt einen Letter of Intent zum Kommunikationsnetzwerk LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) unterschrieben. In der Absichtserklärung bekunden sie ihr Interesse, gemeinsam Konzepte für organisatorische und technische Strukturen zur Anwendung dieser Technologie zu entwickeln.
Als kommunale Unternehmen verfüge man über regionale Kompetenzen und die für einen zeitnahen Ausbau der Technologie benötigte Flexibilität, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebes Paderborn (ASP), von Enso Energie Sachsen Ost/Drewag (Enso), Stadt Delbrück, Stadtwerke Münster (SWMS), Stromnetz Hamburg und Westfalen Weser Netz (WWN).
Zudem betreiben oder planen die Partner bereits erste Pilot-Anwendungen im Bereich LoRaWAN und haben daher großes Interesse an einem gemeinsamen und regelmäßigen Erfahrungsaustausch sowie der Entwicklung von Technologien und Applikationen für LoRaWAN. Erste Anwendungen in den unterschiedlichen Städten sind:
Stromnetz Hamburg
In Hamburg wird die Funk-Technik LoRAWAN zum einen für das Auslesen von Parksensoren eingesetzt. Das System könnte bis Ende 2019 zuverlässig verfügbare Stellplätze an bis dahin 1000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Hamburg in Echtzeit lokalisieren und diese Information den Nutzern der E-Charging-Hamburg APP online zu Verfügung stellen.
Zum anderen werde LoRaWan von der Stromnetz Hamburg bereits sehr erfolgreich bei Multi-Metering-Anwendungen eingesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung der sechs Kommunalen. Darüber hinaus soll in Kooperation mit weiteren städtischen Gesellschaften ein flächendeckendes LoRaWan-Funknetzwerk entstehen, das individuell nutzbar ist.
Stadtwerke Münster
Die Stadtwerke Münster absolvierten erfolgreich erste betriebliche Tests zur Überwachung von Fernwärmeschächten via LoRaWAN und entwickeln für die Stadt Münster Konzepte für LoRaWAN-Anwendungen im städtischen Raum, beispielsweise zur Reduzierung des Parksuchverkehrs.
Westfalen Weser Netz
Westfalen Weser Netz plant, die Technik zeitnah für die Steuerung der Straßenbeleuchtung oder für die Bereitstellung von Meldungen im Netzbetrieb in der gesamten Region einzusetzen. Von den Pilotprojekten können später auch andere Kommunen im Netzgebiet von WWN profitieren.
Stadt Delbrück und Paderborner ASP
Für die Stadt Delbrück steht die digitale Übertragung von Daten städtischer Prozesse, beispielsweise vom Wasser- und Abwasserwerk, dem Bauhof oder den Schulen im Mittelpunkt. Der Paderborner ASP beabsichtigt, die Parkraumbewirtschaftung in der Stadt Paderborn durch den Einsatz von im Boden eingelassenen Sensoren und die Verknüpfung mit den vorhandenen Daten aus den Parkhäusern vollständig zu digitalisieren. Dadurch wird es möglich, Verkehrsteilnehmer im gesamten Innenstadtgebiet gezielt zu freien Stellplätzen zu lenken.
Aufbau von Smart Cities
Aber auch ganz praktische Einsatzmöglichkeiten sind denkbar wie die Übermittlung von Informationen darüber, ob Türen und Fenster in öffentlichen Gebäuden geschlossen sind. Aus Sicht der Kooperationspartner ist die LoRaWAN-Technologie ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Aufbau von sogenannten "Smart Cities".
Konkret wurde die gemeinsame Konzepterstellung für Anwendungen vereinbart, wie etwa für Parkraumüberwachung, Straßenbeleuchtung, Sammeln von Fehlern und Störmeldungen, Pegelmessung oder Energiedatenerfassung. Auch einzelne Komponenten des LoRaWan-Netzwerks, wie Sensoren/Aktoren, Gateways oder der Serverbetrieb, sollen getestet werden.
Hintergrund LoRaWAN
LoRaWan ist ein frei verfügbares Funk-Kommunikationssystem, das einen niedrigen Energiebedarf hat (Low-Power-Wireless-Netzwerkprotokoll). Endgeräte mit LoRaWAN-Technologie kommunizieren darin mit Gateways (Sendeeinheiten), die Datenpakete an einen Netzwerkserver senden. Der Netzwerkserver verfügt in der Regel über Schnittstellen, um zum Beispiel an Internet-of-Things(IoT)-Plattformen und Applikationen angebunden zu werden. (sg)



