Mit dem Servicekonto.Passes und dem persönlichen Smartphone sollen sich BürgerInnen einfach, sicher und passwortlos gegenüber allen digitalen Verwaltungsleistungen authentifizieren können.

Mit dem Servicekonto.Passes und dem persönlichen Smartphone sollen sich BürgerInnen einfach, sicher und passwortlos gegenüber allen digitalen Verwaltungsleistungen authentifizieren können.

Bild: © ZinetroN/AdobeStock

Die Städte in Deutschland werden ihrer Verantwortung für die Klimawende nicht gerecht. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Smart-City-Studie der Unternehmensberatung Haselhorst Associates, die die umfangreichste Erhebung dieser Art in der Bundesrepublik darstellt. Das Beratungshaus mit Sitz in Starnberg listet bereits seit 2018 sämtliche Kommunen mit über 30.000 Einwohnern anhand ihres Digitalisierungsgrades; das aktuelle Ranking umfasst insgesamt 407 Städte.

Top Ten

Ranking

  • Hamburg: 47,4 Prozent
  • München: 46,2 Prozent
  • Köln: 45,8 Prozent
  • Wolfsburg: 43,0 Prozent
  • Gelsenkirchen: 42,5 Prozent
  • Darmstadt: 40,5 Prozent
  • Mannheim: 38,5 Prozent
  • Bad Nauheim: 37,6 Prozent
  • Berlin: 36,8 Prozent
  • Norderstedt: 36,3 Prozent

Vorreiter-Städte stagnieren

Das Gesamtfazit der Studie fällt 2022 mehr als ernüchternd aus: Auch nach fünf Jahren Studienerhebung gelingt es keiner der untersuchten Städte, über einen Digitalisierungsgrad von 50 Prozent hinauszukommen. Im Gegenteil – über drei Viertel aller Kommunen weisen sogar ein Ergebnis von weniger als 25 Prozent auf. Und: Gerade im Vergleich zur Pionier-Studie im Jahr 2018 fällt auf, dass die Anzahl der digitalen Vorreiter-Städte weitestgehend stagniert und sich die hiesigen Smart Cities somit noch immer im Dornröschen-Schlaf befinden.

Für Arno Haselhorst, Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung, zeigen die Ergebnisse klar: Wenn der Themenkomplex Smart City nicht bald flächendeckend in den Städten Einzug hält, werden die hohen CO2-Emissionen bereits in absehbarer Zeit die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner massiv einschränken. Denn: „Smart City ist weit mehr als ein vereinzeltes Digitalisierungsprojekt hier und da. Hinter einer smarten Stadtentwicklung steckt vielmehr ein ganzheitliches Konzept, das im Detail auslotet, wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, das Leben in den Städten langfristig nachhaltig zu gestalten“, erklärt Haselhorst.

„Mit Blick auf die gegenwärtige Energiekrise und die gesteckten Klimaziele ist hier dringend aktives Handeln gefordert – sowohl auf Seiten der Städte als auch der Stadtwerke.“

Drei ausschlaggebende Faktoren

Aus Sicht des Berater-Teams aus Starnberg sind insgesamt drei Faktoren für die erfolgreiche Entwicklung hin zur Smart City entscheidend: eine umfassende und langfristig ausgelegte Strategie, eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur sowie die frühzeitige und anhaltende Einbindung aller beteiligten Stakeholder sowie der Bürgerinnen und Bürger.

„Eine Stadt allein kann die erfolgreiche Transformation zur Smart City nicht bewältigen. Sie muss stattdessen den engen Schulterschluss zu den ansässigen Stadtwerken suchen, um gemeinsam den Ausbau der digitalen Infrastruktur voranzutreiben und damit die Grundlage für die Realisierung innovativer Projekte zu schaffen“, ist Jürgen Germies, Studienautor und geschäftsführender Partner bei Haselhorst Associates, überzeugt.

Eine Stadt, die das Potenzial der Digitalisierung mit Blick auf eine nachhaltige Fortentwicklung eindrucksvoll erkannt hat, ist Stralsund. Die knapp 60.000 Einwohner große Kommune in Mecklenburg-Vorpommern gilt 2022 als die Stadt, die sich im Vergleich zum Vorjahr am stärksten verbessert hat und nun auf dem 76. Platz gelandet ist (2021: Rang 362). Der Grund: Stralsund weist nicht nur eine umfassende Smart-City-Strategie mit dem Ziel einer emissionsfreien Stadt auf und hat bereits einige innovative Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Die Hansestadt bezieht bei der Transformation vor allem von Beginn an die Bürgerinnen und Bürger mit ein und setzt alles daran, den Ausbau der regenerativen Energien intensiv voranzutreiben.

Details zur Studie

Für die Studie hat Haselhorst Associates die Städte anhand von insgesamt zehn Smart-City-Bereichen untersucht: Strategie und Umsetzung, Digitale Infrastruktur, Digitale Mobilität, Digitale Energie & Umwelt, Digitale Gebäude & Quartiere, Digitale Gesundheit, Digitale Bildung, Digitale Verwaltung, Digitale Wirtschaft & Handel und Digitaler Tourismus. Auf Basis der Einzelergebnisse ergibt sich schließlich ein Digitalisierungsgrad, anhand dessen die Kommunen im Ranking sortiert sind. Grundlage der Erhebung bilden insgesamt über 32.500 Datensätze, die sich sowohl aus quantitativen Daten als auch aus einer qualitativen Bewertung der öffentlich sichtbaren Smart-City-Initiativen der Kommunen zusammensetzen.

Die Studienergebnisse können auf der Website von Haselhorst Associates eingesehen werden: www.haselhorst-smartcity.com. (sg)

Das Interview mit Studienautor Jürgen Germies finden Sie hier.

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