Im Smart City Lab können Stadtwerke Anwendungen zur intelligenten Stadt austesten.

Im Smart City Lab können Stadtwerke Anwendungen zur intelligenten Stadt austesten.

Bild: © ldprod/AdobeStock

Welche Strategie ist für die kommunale Infrastruktur geeignet und sinnvoll, sich in Richtung einer Smart City zu entwickeln? Wie lässt sich eine entsprechende Strategie umsetzen? Oft genannte Erfolgsfaktoren wie Vernetzung, öffentlich-private Partnerschaften und Bürgerpartizipation liefern Hinweise, wie die Entwicklung gelingen kann. Aber lassen sich generelle Erfolgsfaktoren und Erfahrun-gen aus anderen Städten direkt übertragen? Eine Studie des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge und des KOMKIS Sachsen, beide an der Universität Leipzig, gehen dieser Frage nach.

Kooperationspartner waren zudem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, die Immobilienbank DZ HYP, der Scandienstleister Frankenraster, die Plattform für Kommunalfinanzierung Komuno und Entsorger Remondis durchgeführt. Unterstützt wurde die Studie vom Deutschen Städte- und Gemeindebund.


 

Erheblicher Anteil der Befragten hat noch keinen Verantwortlichen für Smart-City-Projekte

Für die Studie wurden bundesweit alle Kommunen ab 20.000 Einwohnern und alle Landkreise befragt. An der Studie beteiligten sich schlussendlich 103 Kommunen aus Deutschland. Die Analyse zeigt auf, was Kommunen unter dem Begriff der Smart City verstehen, wie entsprechende Konzepte im kommunalen Handeln integriert sind und welche Herausforderungen bei deren Umsetzungen gesehen werden.

Ferner wird dargelegt, inwieweit hier Modelle der partnerschaftlichen Infrastrukturentwicklung genutzt bzw. als Möglichkeit gesehen werden, derartige Vorhaben erfolgreich implementieren zu können. Es zeigt sich, dass zwar in der Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte, aber nur in knapp einem Drittel der kreisangehörigen Gemeinden Smart-City-Ansätze bereits Bestandteil einer integrierten Stadtentwicklung sind. Über alle Kommunaltypen gab zudem ein erheblicher Teil der Befragten an, dass es noch keinen dezidiert Verantwortlichen für Smart-City-Projekte gibt.

Treiber von Smart Citys

Als besonders geeignet für smarte Ansätze sehen die Studienteilnehmer vor allem die Bereiche Breitbandversorgung/Telekommunikation, Mobilität/ÖPNV, Bürgerservices und Verwaltungsdienste, Industrie 4.0, Energieversorgung und Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen.

Sowohl umgesetzt als auch geplant wurden derartige Projekte bislang vor allem in Verwaltungsbereichen, bei den Bürgerservices sowie im Rahmen der Breitbandversorgung/Telekommunikation. Als zentrale Triebkräfte für das Aufkommen von Smart-City-Ansätzen wurde neben dem allgemeinen Trend der voranschreitenden Digitalisierung vor allem die Ansprüche der Bürger an die Effizienz und Effektivität der Verwaltung sowie an den Klima- und Umweltschutz, aber auch ein allgemein gestiegenes Informationsbedürfnis der Bürger genannt.

Ziele der intelligenten Städte

Die vorrangigen Ziele von Smart Cities sehen die Befragten vor allem in einer erhöhten Standortqualität, einer Steigerung der betrieblichen Effizienz kommunaler Infrastruktur und der konsequenteren Umsetzung klimapolitischer Ziele, aber auch einer intensiveren Bürgerbeteiligung und -einbindung. Fiskalische Ziele haben eher eine untergeordnete Bedeutung. Gleichzeitig stellen mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen, aber auch die staatliche Förderpolitik zentrale Hemmnisse bei der Umsetzung von Projekten aus dem Bereich der Smart City dar. Erfahrungen im Bereich der partnerschaft-lichen Infrastrukturentwicklung (ÖPP) liegen in nur etwa einem Drittel der Kommunen vor.

Die vornehmlichen Ziele partnerschaftlicher Infrastrukturentwicklung liegen in der personellen Ent-lastung der Verwaltung, in der Innovationsfähigkeit des privaten Partners, in der synergetischen Nut-zung anderer Geschäftsfelder des privaten Partners sowie der Kostenersparnis. Kaum eine Rolle spielt dagegen die Verhandlungsposition des privaten Partners gegenüber Nach- und Subunternehmern.

Bei den technischen Faktoren, die aus Sicht der Kommunen gegen die Beteiligung an partnerschaftlicher Infrastrukturentwicklung sprechen, dominieren komplexe Vertragsgestaltungen und zu geringere Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen bei Kooperationsmodellen. Gleichzeitig bestehen politische und gesellschaftliche Vorbehalte, auch wenn das Vertrauen in den privaten Kooperationspartner laut Befragung hoch ist. Hier geht es zur Studie. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper