Das Start-up Fresh Energy bietet für Versorger Whitelabel-Lösungen auf Basis von Smart-Meter-Daten an. Mittlerweile hat Fresh Energy vier Verträge mit Versorgern abschließen können, darunter Eprimo, Mark-E und EWE, und erreicht damit zukünftig rund sieben Prozent der deutschen Haushalte.
Der Energieversorger Mark-E hat in Zusammenarbeit mit dem Start-up einen Tarif für seine Kunden entwickelt, der eine Auswertungs-App und ein Smart Meter beinhaltet. Den Kunden wird ermöglicht, transparent und unmittelbar ihren monatlichen Stromverbrauch sowie den Verbrauch einzelner Geräte, auch im Standby-Modus, einzusehen und ihr Verbrauchsverhalten zu optimieren. Dadurch konnten die Nutzer ihren Stromverbrauch um über zehn Prozent senken, so der Geschäftsführer von Fresh Energy Christian Bogatu.
"Mehr Touchpoints schaffen"
Ziel sei es auch, eine höhere Kundeninteraktion zu schaffen, als wie bisher nur einmal im Jahr eine Rechnung auszustellen, erläutert der Bereichsleiter Vertrieb Andreas Preuß von Mark-E. Mit der App könnten die Kunden dann zum Beispiel vom Kauf einer PV-Anlage überzeugt werden. Andere könnten über die Interaktion innerhalb der App über hohe Verbrauchswerte ihrer Geräte informiert werden und zum Kauf von neuen Elektronikgeräten angeregt werden, so Preuß weiter.
Ziel der Maßnahme, an der über 200 Haushalte teilnehmen, sei es, einerseits Interesse und Sensibilisierung beim Kunden zu schaffen, um ihn langfristig auf weitere "EnergyPlus"-Produkte vorzubereiten, so Preuß. Andererseits sollen Daten generiert werden, um darauf basierend weitere Anwendungen zu entwickeln und repräsentative Vergleichswerte zu schaffen, sagt Christian Bogatu.
Schier unendliche Anwendungsmöglichkeiten
Ein Anwendungsbeispiel das in naher Zukunft realisiert werden soll ist, den Kunden über die App die Möglichkeit zu geben, sich mit anderen sogenannten "Peers" zu vergleichen, das heißt etwa Familien mit einer ähnlichen Großgeräteanzahl, und darauf basierend ihr Verbrauchsverhalten zu hinterfragen und zu ändern. Dies könne das Interesse der Kunden an dem Thema noch weiter steigern, so Bogatu.
In Kooperation mit Dritten könnten weitere Geschäftsmodelle entwickelt werden, beispielsweise mit dem Spülmaschinenhersteller der eine noch effizientere Maschine verkaufen will. Auch für die Immobilienwirtschaft werden solche Anwendungen interessant, zum Beispiel wenn es darum geht, den Betrieb von Aufzügen oder das Licht im Hausflur zu kontrollieren.
Versorger sparen bei der Energiebeschaffung
Neben diesen Geschäftsmodellen können die Versorger aber auch selbst von den Daten der Smart Meter profitieren. So könnte man anhand der Daten Standardlastprofile überarbeiten und die Energiebeschaffung anpassen, so Andreas Sippel, Vertriebschef von Mark-E.
Rainer Frank von Eon Metering hält fest, dass es für den Erfolg von Smart Metern erforderlich sein wird "nicht nur zu messen, sondern einen konkreten Mehrwert zu schaffen". Sonst würde der Kunde nach anfänglichem Interesse schnell resignieren. Fresh Energy wird bei der Lösung dieser Aufgabe voraussichtlich einen bedeutenden Anteil haben. (pm)
