Laut Studie besteht der Markt für Smart City aus sieben Teilmärkten, die von unterschiedlichen politischen, technischen, wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Faktoren abhängig sind

Laut Studie besteht der Markt für Smart City aus sieben Teilmärkten, die von unterschiedlichen politischen, technischen, wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Faktoren abhängig sind

Bild: © faber14/AdobeStock

Die neue Kommunalstudie 2019 des Bundeswirtschaftsministeriums – „Update Digitalisierung: Wie smart sind Deutschlands Kommunen?“ gibt einen bundesweiten Überblick zur Digitalisierung in Kommunen.

„Der Anteil der Kommunen, die an der Konzeption oder Umsetzung von Digitalstrategien arbeiten, ist auf beinahe 80 Prozent gestiegen", fasst Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die digitale Wirtschaft und Start-ups, zusammen. Erste Kommunen würden bereits Daten-Plattformen aufbauen. Die Ergebnisse im Überblick:

Kein Zweifel an Digitalisierungsstrategie

So  habe  nahezu  jede  zweite  Stadt  mit  mehr  als  20.000  Einwohnern  bereits  eine  fertige  Strategie,  unter  den  Kommunen  mit  weniger Einwohnern dagegen noch nicht einmal jede fünfte. Auch an  der  Notwendigkeit  einer  Digitalisierungsstrategie  gibt  es kaum  noch  Zweifel:  Neun  von  zehn  Kommunen halten sie für sinnvoll.

Bei der Umsetzung zeigen sich allerdings Defizite. So befänden sich weniger als 20 Prozent der Städte und Gemeinden in der Umsetzungsphase, nur in jeder zehnten Kommune ist sie schon weit fortgeschritten. Sechs von zehn Kommunen arbeiten erst an einer Strategie oder planen, dies zu tun.

Sektorübergreifende digitale Infrastrukturen im Fokus

Die große Mehrheit steht bei der Transformation also noch ganz am  Anfang. Zwar haben von den Kommunen in der Konzeptions-  oder Umsetzungsphase fast alle bereits erste Projekte auf den Weg gebracht, jedoch liegt der Schwerpunkt  bisher  auf  sektorenübergreifenden digitalen  Infrastrukturen. 

Anwendungsfelder wie Energie, Umwelt oder Gesundheit spielen allenfalls eine untergeordnete Rolle. Projekte  in  diesen Bereichen würden von  weniger als jeder dritten Kommune realisiert.

Nur wenige nutzen Datenplattformen

Außerdem  sei  eine  große  Diskrepanz  zwischen  der  strategischen  Relevanz  und  dem  Grad  der  Umsetzung  von  technisch  anspruchsvollen  Themen  festzustellen,  etwa  bei  Datenplattformen.  Zwar  hat  die  Mehrheit  der  Städte  und   Gemeinden   erkannt,   dass   Datenplattformen   und   Cloud-Infrastrukturen  zu  den  kritischen  Erfolgsfaktoren  der Digitalisierung zählen, weil sie die Chance bieten, Daten zu  bündeln  und  neue  Lösungen  zu  entwickeln.

Trotzdem  würden  diese  bislang  erst  von  jeweils  weniger  als  einem  Drittel  der  Kommunen  genutzt.  Die  Zuständigkeit  für  den  Aufbau von Datenplattformen wird vor allem bei den Bundesländern  oder  regionalen  Zusammenschlüssen  gesehen.  Wichtigste  Kriterien  für  die  Nutzung  öffentlich  initiierter  Cloud-Lösungen  sind  einfache  Handhabung  und  zeitnahe  Verfügbarkeit. In beiden Punkten gebe es noch Optimierungspotenzial.

Für eine erfolgreiche Digitalisierung benötigen Städte und Gemeinden nach eigenen Angaben vor allem mehr Hilfestellung. Dabei erwarten sie in erster Linie Unterstützung vom  Bund,  den  Bundesländern  und  den  kommunalen  Spitzenverbänden.

Fünf-Punkte-Plan gefordert

Um  die  Umsetzung  der  digitalen  Transformation  in  die  Fläche zu bringen und zu beschleunigen, bedarf es der Studie zufolge eines am   digitalen   Reifegrad   der   Kommunen   orientierten   Fünf-Punkte-Plans. So sollten Städte und Gemeinden, die sich  derzeit  in  der  Konzeption  ihrer  Digitalisierungsstrategie befinden – das ist die Mehrheit –, durch Angebote wie Leitfäden  und  Checklisten  besser  unterstützt  werden. 

Die  führenden  20  Prozent  der  Kommunen,  die  bereits  in  der  Umsetzung sind, benötigen dagegen Hilfe in Form beispiel-hafter  Umsetzungslösungen  sowie  bei  der  Planung  und  Finan zierung ihrer Projekte. „Nachzügler“-Kommunen, die bei der Digitalisierung noch ganz am Anfang stehen, sollten durch anschauliche „best cases“ aktiviert werden

Aktuelle Situation zeigt Notwendigkeit von Digitalisierung

Viele Kommunen sind Jarzombek zufolge auf dem Weg zur smarten Stadt oder zur smarten Region. Gerade in der aktuellen Situation zeige sich, wie wichtig digitale Angebote der Kommunen sind. "Hier muss das Angebot dringend ausgeweitet werden. Wir wollen den digitalen Wandel in Städten und Gemeinden weiter voranbringen und die Lebensqualität in Stadt und Land durch digitale Lösungen angleichen und verbessern. Hieran müssen Kommunen, Länder und Bund weiter gemeinsam arbeiten!“, so seine Forderung

Die Initiative Stadt.Land.Digital des Bundeswirtschaftsministeriums steht neben allen relevanten Akteuren und Interessengruppen aus Bund, Ländern und Kommunen auch Unternehmen, Verbänden und der Zivilgesellschaft zum Informationsaustausch offen. Die komplette Studie finden Sie hier (externer Link). (sg)

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